Verlust wegen Milliarden-Abschreibung
Fiat bereitet GM Sorgen

Eine Milliarden-Abschreibung auf seine Fiat-Beteiligung hat den US-Autohersteller General Motors (GM) im abgelaufenen Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Ohne Berücksichtigung der Sonderbelastung wies der weltweit größte Autobauer am Dienstag allerdings einen Gewinn aus, der die Erwartungen der Wall Street übertraf.

Reuters DETROIT. Das Unternehmen hob zugleich seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Die GM-Aktien reagierten in einem sehr festen Marktumfeld mit kräftigen Kursgewinnen.

Für das dritte Quartal gab der Autobauer einen Nettoverlust von 804 Mill. $ bekannt. Hauptgrund dafür ist eine Abschreibung in Höhe von 2,2 Mrd. $ vor Steuern auf den 20-prozentigen Anteil an der angeschlagenen Fiat-Autosparte, den GM im Jahr 2000 für 2,4 Mrd. $ gekauft hatte.

Prognose für 2002 angehoben

Ohne Berücksichtigung der Sonderbelastungen erwirtschaftete GM im abgelaufenen Quartal einen Gewinnanstieg auf 615 (Vorjahreszeitraum 385) Mill. $ oder 1,20 $ je Aktie. Analysten hatten hier im Schnitt einen deutlich geringeren Gewinn je Aktie von 0,99 $ vorausgesagt. Der Konzernumsatz kletterte auf 43,6 (42,5) Mrd. $.

GM hob zugleich sein Ergebnisziel - einschließlich der Satelliten-TV-Tochter Hughes Electronics, aber ohne Sonderbelastungen - für 2002 auf 6,35 $ je Aktie an. Im September hatte die Prognose noch auf 6,10 $ je Aktie gelautet. GM begründete die Revision mit der gestiegenen Produktion und Kostensenkungen. Die Gewinnschätzung des Unternehmens für das laufende vierte Quartal liegt mit 1,40 $ je Aktie allerdings unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 1,48 $ je Aktie.

Fiat fühlt sich unterbewertet



Fiat sieht die eigene Auto-Sparte gemessen an deren langfristigen Aussichten durch die Milliarden-Abschreibung von GM unterbewertet. Die Abschreibung werde sich zudem nicht auf die Geschäftszahlen des italienischen Industriekonzerns auswirken, teilte Fiat mit, die selbst fünf Prozent an GM hält. Fiat hat eine Option zum Verkauf der restlichen 80 % der Auto-Sparte an den US-Konzern ab 2004. GM-Finanzchef John Devine sagte dazu, ein Eigentümerwechsel bei Fiat würde diese Abmachung nichtig machen.

Die defizitäre Fiat-Autosparte leidet unter starken Umsatzrückgängen und sieht sich zu einer umfassenden Restrukturierung gezwungen. Die Italiener hatten vergangene Woche die Entlassung von rund 8100 Arbeitern angekündigt.

GM-Aktien gewannen im Vormittagshandel in New York 5,5 % auf 35,10 $. Auch die Papiere von Konkurrent Ford, der am Mittwoch seine Quartalszahlen vorlegen will, zogen um 8,7 % auf 8,62 $ an. Der Preiskampf in der Branche und gestiegene Aufwendungen der Unternehmen für Pensionsfonds hatten in den vergangenen Monaten die Titel belastet.

GM-Finanzchef Devine sagte dazu am Dienstag, die steigenden Ausgaben für die Pensionsfonds machten deutliche Kostensenkungsmaßnahmen im kommenden Jahr erforderlich.

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