Verluste bei Handels- und Provisionsergebnis
Depfa Bank steigert Gewinn deutlich

Die Staatsfinanzierungsbank Depfa Bank plc hat im ersten Halbjahr 2002 ihren Gewinn vor allem durch Wertpapierverkäufe kräftig gesteigert.



Reuters FRANKFURT/DUBLIN. Der Konzerngewinn habe sich zum Vorjahreszeitraum um 61,4 % auf 142 Mill. ? erhöht, teilte die Bank am heute mit. Die Zahl ergebe sich vor dem Ergebnis der abgespaltenen Immobilienaktivitäten, die in der Aareal Bank zusammengefasst sind. Die Bank legte zum ersten Mal nach der Aufspaltung in Depfa Bank plc und Aareal Bank Zahlen vor. Das Vorsteuerergebnis stieg um 18,1 % auf 170 Mill. ?. Bei Provisions- und Handelsergebnis wies die Bank allerdings einen Verlust aus. Analysten zeigten sich zufrieden, die Aktie legte zu.

Die Gesamterträge gab die Bank mit 212 (Vorjahr 144) Mill. ? an. Dabei hätten bereits im ersten Quartal Wertpapierverkäufe, vor allem von Anleihen, eine wesentliche Rolle gespielt. Die Depfa Bank habe die Gelegenheit genutzt und in einem günstigen Marktumfeld verkauft. Bei den Papieren habe es sich vor allem um japanische Regierungsanleihen gehandelt. Die Erträge aus der Veräußerung von Aktiva gab die Depfa Bank für das Halbjahr mit 70 Mill. ? an.

Insgesamt lasse sich das Ergebnis aber nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen, hieß es. Die Depfa Bank plane für 2002 einen Reingewinn von 200 Mill. ?. Für das Jahr 2003 werden 250 Mill. ? angestrebt. Die Bank gehe davon aus, die mittelfristig angestrebte Eigenkapitalrendite von 20 % nach Steuern für das Gesamtjahr 2002 zu erreichen. Im ersten Halbjahr lag die Eigenkapitalverzinsung bei 28,9 %.

Verlust bei Handels- und Provisionsergebnis

Den erweiterten Zinsüberschuss gab die Bank für die ersten sechs Monate mit 180 Mill. ? an (plus 15,4 %). Das Provisionsergebnis wies den Angaben zufolge einen Verlust von drei Millionen Euro aus, nach einem ausgeglichenen Resultat vor Jahresfrist. Im Handel wurde ein Verlust von 35 (Vorjahr minus 3) Mill. ? verzeichnet. Die Bank machte Zinsbelastungen im Derivatebereich für das negative Ergebnis verantwortlich.

Die Verwaltungsaufwendungen seien deutlich um 43,3 % auf 43 Mill. ? gestiegen. Ein wesentlicher Teil der Kosten sei auf die Neustrukturierung der Bank im Zusammenhang mit der Aufspaltung der alten Depfa-Gruppe zurückzuführen. Die daraus resultierenden Ausgaben seien mittlerweile jedoch im Wesentlichen abgeschlossen.

Ergebnis erfüllt Analystenerwartung

Analysten zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis der Bank: "Das passt", sagte Martin Peter von West-LB Panmure. Der Analyst warnte jedoch ebenfalls davor, das Ergebnis auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Die Depfa-Zahlen könnten von Quartal zu Quartal unter anderem wegen Verkäufen von Wertpapieren oder der Bilanzierung von Derivaten stark schwanken. Diese Volatilität gleiche sich gewöhnlich erst über zwei oder drei Quartale wieder aus. Insgesamt stehe die Bank aber operativ gut da.

Für die Depfa-Aktie gebe es allerdings zu wenige Interessenten. Der Kurs sei angesichts der Rentabilität der Bank und des geringen Risikos zu niedrig. Er stuft das Papier weiter mit "kaufen" und einem fairen Wert von 74 ? ein. Die Aktie der Depfa Bank hatte nach der Aufspaltung zunächst deutlich unter Druck gestanden. Am Donnerstagmittag legte das Papier um rund 7,5 % auf 50,00 ? zu.

Die Depfa Bank plc ist aus der Aufspaltung der alten Depfa-Gruppe in eine jeweils rechtlich selbstständige Staatsfinanzierungsbank und eine Immobilienbank hervorgegangen. Die Aktien der Depfa Bank plc wurden am 7. Juni erstmals an der Börse gehandelt, die Aktien der neuen Immobilienbank Aareal am 17. Juni. Die Aareal Bank, die am 20. September in den Nebenwerteindex MDax aufgenommen wird, will ihre Zahlen am 28. August vorlegen. Die Staatsfinanzierungsbank kann dagegen nicht in den M-Dax rücken, da sie in Irland angesiedelt ist.

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