Verluste bei Spekulationsgeschäften
MDR lässt Finanzanlage prüfen

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) lässt seine Finanzanlagen vom Stuttgarter Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young untersuchen. Den Auftrag habe Intendant Udo Reiter als Konsequenz aus dem bekannt gewordenen Spekulationsverlust erteilt.

dpa LEIPZIG. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) lässt seine Finanzanlagen vom Stuttgarter Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young untersuchen. Den Auftrag habe Intendant Udo Reiter als Konsequenz aus dem bekannt gewordenen Spekulationsverlust erteilt, gab der MDR am Mittwochabend bekannt. Die Prüfer sollen bereits an diesem Donnerstag mit ihrer Arbeit beginnen. Ein Ergebnis werde Anfang November erwartet.

Der Sender war in den vergangenen Tagen wegen seiner Spekulationsgeschäfte 1999 in die Kritik geraten. Bei einer hochverzinslichen so genannten synthetischen Anleihe auf die ecuadorianische Währung Sucre waren dem MDR im vergangenen Jahr 2,6 Mio. DM Verlust entstanden. Auf der Habenseite hatte der Sender mit seinen Geldanlagen Erträge in Höhe von 74,4 Mio. DM verbucht. Künftig will der Sender nach den Worten von Intendant Udo Reiter auf riskante Anlagegeschäfte verzichten.

Doch auch 1998 versuchte die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt, mit Wertpapieren ihr Vermögen zu mehren. MDR-Sprecherin Susan Knoll bestätigte am Mittwoch einen Bericht der in Dresden erscheinenden «Sächsischen Zeitung», wonach 1998 neben Zinserträgen von 17,3 Mio. DM auch Wertpapier-Kursgewinne in Höhe von 3,5 Mio. DM sowie Verluste von 1,3 Mio. DM verbucht wurden.

Knoll wies aber darauf hin, dass die mit Verlust verkauften Wertpapiere so hohe Zinserträge erbracht hätten, dass die Verluste nahezu aufgewogen worden seien. "Unter dem Strich war es ein Nullsummenspiel", sagte die MDR-Sprecherin der dpa in Leipzig. Die Anlageverluste des Jahres 1998 resultierten nach MDR-Angaben aus einer Equity-Linked-Note (Anleihe mit Optionsschein auf Aktien) der Deutschen Genossenschaftsbank, die mit einer Einbuße von 1,1 Mio. DM zurückgegeben wurde. Weitere rund 200 000 DM Verlust entstanden durch den Verkauf kleinerer Wertpapiere.

Der MDR-Verwaltungsrat hat die Senderspitze aufgefordert, nach den Verlusten mit der südamerikanischen Anleihe Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Bereits im Sommer hatten Kleinanleger, die sich von den Emittenten sittenwidrig übervorteilt sehen, beim Landgericht Fankfurt/Main Schadenersatzklage gegen die Dresdner Bank AG und die Credit Suisse First Boston AG eingereicht.

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