Verluste bei Verbraucherprodukten
Ericsson mit Kursverlusten nach Neun-Monats-Zahlen

Die Aktie des schwedischen Telekom-Ausrüsters Ericsson ist nach Bekanntgabe der Neun-Monats-Zahlen zu Handelsbeginn deutlich abgerutscht.

Reuters/vwd STOCKHOLM. Für Januar bis September hatte Ericsson zwar einen Vorsteuergewinn angegeben, der über der Marktprognose lag. Zugleich hatte der weltweit drittgrößte Handy-Hersteller aber seine Prognosen zur Entwicklung von Umsatz und Ertragskraft herunter geschraubt.

Im dritten Quartal 2000 sei ein Ergebnis pro Aktie von 0,55 Kronen nach 0,33 Kronen im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet worden, teilte der weltgrößte Telekom-Netzausrüster am Freitag in Stockholm mit. Für das zweite Quartal 2000 hatte Ericsson noch ein Ergebnis pro Aktie von 1,28 Kronen ausgewiesen.

Der Vorsteuergewinn im dritten Quartal 2000 betrug den Angaben zufolge 5,5 Mrd. Kronen nach 3,6 Mrd. im dritten Quartal 1999 und 12,6 Mrd. im zweiten Quartal 2000. Der Umsatz stieg auf 67,3 Mrd. Kronen von 49,3 Mrd. Kronen im Vorjahreszeitraum und 65,0 Mrd. im zweiten Quartal 2000.

Bei den Verbraucherprodukten hat Ericsson im dritten Quartal einen operativen Verlust von 4,1 Mrd. Kronen verzeichnet. Für das Jahr 2000 erwartet die Gesellschaft für dieses Geschäftsfeld einen Verlust von 16 Mrd. Kronen, hieß es.

Den Anstieg ihrer Gewinne führte die Gesellschaft hauptsächlich auf die Geschäftsaktivitäten zum Aufbau von Mobilfunknetzwerken zurück. Die Verluste bei den seit einiger Zeit unter Druck stehenden Verbraucherprodukten haben sich hingegen ausgeweitet. Der Netzwerkumsatz stieg im Berichtsquartal um 37 % auf 47,9 Mrd. Kronen, wobei ein operativer Gewinn von 8,1 Mrd. Krongen erzielt wurde. Der Verlust von 16 Mrd. Kronen bei Handygeräten im dritten Quartal soll sich im letzten Jahresviertel auf 10,1 Mrd. Kronen verringern, erwartet Ericsson. Mit einem so genannten "Back-to-Profit"-Programm will Ericsson diesen Geschäftsbereich in der zweiten Jahreshälfte 2001 wieder in die schwarzen Zahlen führen. Im Zuge dessen soll die Produktion von Handys in asiatische, osteuropäische und lateinamerikanische Länder verlagert werden. Im Zusammenhang mit dem Brand in einer Fertigungsstätte in Albuquerque/New Mexico, das nach Unternehmensangaben den Vorsteuergewinn für das Gesamtjahr um 3 Mrd. bis 4 Mrd. Kronen gedrückt habe, bereitet Ericsson eine Schadensersatzklage vor.

Reduzierte Prognosen

Der Telekom-Ausrüster hat seine Umsatz- und Gewinnmargenvorhersage für das Gesamtjahr reduziert. Der Umsatz im Gesamtjahr 2000 werde voraussichtlich um etwa 25 % zulegen, teilte das Unternehmen mit. Bislang hatte Ericsson ein Umsatzplus von "mehr als 25 %" prognostiziert. Die Erwartungen an die operative Gewinnmarge für das Gesamtjahr auf 6 bis 7 % von bislang 10 % zurück. Zuvor hatte Ericsson seine Neunmonatszahlen vorgelegt und war dabei mit seinem Vorsteuergewinn über den Erwartungen des Marktes geblieben. Ericsson teilte zudem mit, langfristig schneller als der Gesamtmarkt wachsen zu wollen.

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