Verluste beim Schweizer Lebensversicherer
Swiss Life konzentriert sich auf das Kerngeschäft

Der Schweizer Lebensversicherer Rentenanstalt/Swiss Life hat im ersten Halbjahr 2002 wegen außerordentlicher Abschreibungen einen Verlust von 386 Mill. sfr verzeichnet. Swiss Life will sich weiteren Angaben vom Mittwoch zufolge künftig auf das Kerngeschäft Lebensversicherung und ausgesuchte europäische Märkte konzentrieren.

Reuters ZÜRICH. 700 Stellen sollen bis Ende 2004 abgebaut werden. Das französische und belgische Nichtleben-Geschäft und das Bankgeschäft sollen mittelfristig verkauft werden, sagte Konzernchef Roland Chlapowski in einer Telefonkonferenz. Nicht zum Kerngeschäft gehören künftig auch Großbritannien, Italien und Spanien. Weiter stehen die Versicherungstochter La Suisse, die Banca del Gottardo und die Schweizerische Treuhandgesellschaft STG zum Verkauf. Bis wieder bessere Marktverhältnisse herrschen, will Swiss Life diese Beteiligungen und Geschäfte weiterführen.

Mittelfristig strebt Swiss Life eine Eigenkapitalrendite von 10 % an. Als Ausschüttungsquote werden 25 bis 30 % in Aussicht gestellt. Die Bonitätseinstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) soll bei "A" oder höher liegen. Auch Entlassungen sind geplant. Es werden voraussichtlich 500 Arbeitsplätze in der Schweiz und 200 im Ausland wegfallen. Zudem wird eine Holding-Struktur statt der bisherigen Stammhaus-Organisation eingeführt.

Die Börse nahm die Halbjahresbilanz und die Zukunftspläne des Versicherers negativ auf. Die Swiss-Life-Aktie sackte zu Handelseröffnung um 7,8 % auf 141 sfr ab. Der Gesamtmarkt lag 2,1 % im Minus und der DJ Stoxx-Insurance-Index büßte 3,9 % ein.

Hohe Abschreibungen für Beteiligungen


Zu den enormen Verlusten in Höhe von 386 Mill. sfr. kam es, als Swiss Life im ersten Halbjahr für die Banca del Gottardo und STG Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 624 Mill. sfr tätigte. Die rückwirkend angepasste Vergleichszahl für den Vorjahreszeitraum wurde mit minus 1 Mill. sfr genannt. Im Vorjahr hatte Rentenanstalt noch einen Halbjahresgewinn von 253 Mill. sfr ausgewiesen.

Engagement am Aktienmarkt zurückgefahren


Das Eigenkapital des Versicherers schrumpfte im ersten Halbjahr 2002 von 4,982 Mrd. auf 3,908 Mrd. sfr. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 4,69 bis 3,42 Mrd. sfr gerechnet. Angesichts der Rückschläge an den Börsen hat Swiss Life ihr Engagement am Aktienmarkt zurückgefahren. Am 13. September erreichte Swiss Life die Zielgröße von 3 %, wie das Unternehmen bekannt gab. Ende Juni betrug der Aktienanteil noch 7 % und Ende 2001 lag er bei 16 %.

Swiss Life bestätigte, dass zusätzliche Eigenmittel im Umfang von 0,9 bis 1,2 Mrd. sfr vor allem durch eine Kapitalerhöhung beschafft werden sollen. Die außerordentliche Generalversammlung dazu findet am 23. Oktober statt. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2002 sei wegen der weiter unsicheren Situation derzeit nicht möglich, hiess es. Chief Investment Officer (CIO) Dominique Morax, der früher auch Finanzchef des Konzerns war, tritt am 1. Oktober 2002 zurück.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%