Verluste im E-Commerce
Sixt-Ergebnis durch einmalige Kosten belastet

Der Autovermieter sieht sich für das Gesamtjahr weiter auf Kurs. Die Sixt-Aktie notierte mit 8 Prozent im Plus.

Reuters MÜNCHEN. Der größte deutsche Autovermieter Sixt AG hat durch Belastungen aus ergebnisverbessernden Maßnahmen im ersten Halbjahr vor Steuern weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei um 13,6 Prozent auf 30,6 Millionen DM gesunken, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstagabend mit.



Das operative Ergebnis habe sich allerdings um 17 Prozent auf 42 Millionen DM verbessert. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 8,4 Prozent auf 2,55 Milliarden DM. Trotz der außergewöhlichen Belastungen durch Personalabbau und Auslastungsverbesserungen rechnet Sixt für das Gesamtjahr mit einem Vorsteuerergebnis auf Vorjahreshöhe von rund 71,3 Millionen DM.



Vor allem den Geschäftsbereich Autovermietung habe Sixt in den vergangenen Monaten optimiert, sagte Finanzvorstand Manfred Sturm in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die Fahrzeugflotte sei auf 90.000 von 128.000 Fahrzeuge reduziert worden. "Wir haben aber die Auslastung deutlich verbessert", fügte er hinzu. Der Vermietumsatz pro Tag sei um 27 Prozent gestiegen, die Auslastung um vier Prozent. Das sei vor allem über Preiserhöhungen und besseres Management erreicht worden. "Wir haben uns auch ganz bewusst aus bestimmten Geschäftsfeldern wie den Billigreisen zurückgezogen", sagte Sturm. So würden zum Beispiel Kunden aus den USA Autos in Europa zu Niedrigstpreisen mieten. "Das bringt zwar Umsatz, aber die Margen sind klein. Wir setzen unseren knappen Fuhrpark lieber für hochmargige Vermietungen ein", erläuterte der Finanzvorstand.



Insgesamt stieg der Umsatz mit Autovermietungen im ersten Halbjahr um 6,5 Prozent auf 2,3 Milliarden DM. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ging um gut 21 Prozent auf 22 Millionen DM zurück. Die Sparte Leasing verbesserte ihr Ergebnis dagegen um gut 46 Prozent auf 7,3 Millionen DM, was Sixt mit Produktinnovationen und grenzüberschreitenden Leasingangeboten begründete.

Verluste im E-Commerce

Mit der Internet-Sparte e-Sixt wird der Autovermieter im laufenden Jahr noch Verluste von rund 15 Millionen DM schreiben. Bereits 2001 soll der Bereich, der Autovermietungen, Gebrauchtfahrzeugverkauf, Leasing und Reisen über das Internet anbietet, aber schwarze Zahlen schreiben und einen Gewinn von rund elf Millionen DM erwirtschaften.



Zwischen den Sparten ergäben sich erhebliche Synergien, sagte Sturm. So seien die Vertriebsmannschaften für Leasing und Vermietung zusammengelegt worden. E-Sixt nutze den bekannten Namen und die rund vier Millionen Kundenadressen, die Sixt im Bestand habe.



Vorantreiben will Sixt auch die europäische Expansion. Mit eigenen Vertretungen sei der Autovermieter neben Deutschland noch in Großbritannien, Frankreich, Holland, Österreich und der Schweiz aktiv, sagte Sturm. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Sixt mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent Marktführer ist, sei die Marktstellung in den anderen Ländern eher gering. Das Potenzial für ertragsorientiertes Wachstum sei jedoch enorm. Bis zum Jahr 2015 werde mit einer Verdoppelung des europäischen Reiseverkehrs gerechnet. In die übrigen Länder will Sixt nach den Worten Sturms vor allem über Franchise-Verträge expandieren. Für das Jahr 2001 erwartet Sixt ein Vorsteuerergebnis von 95 Millionen DM, in 2002 von 165 Millionen DM.



An der Börse legten die Sixt-Aktien, die in der Vergangenheit erhebliche Kurseinbußen hinnehmen mussten, um rund acht Prozent auf 26,80 Euro zu.

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