Verluste im Handy-Geschäft bei Ericsson
Hoffnungen der Anleger halten roten High-Tech-Zahlen stand

Auch rote Zahlen bei Ericsson, Toshiba und NEC konnten zum Wochenende die aufgekeimten Hoffnungen der Anleger nicht trüben. In Frankfurt stieg der Dax nach guten Vorgaben aus New York bis zum Nachmittag um ein knappes Prozent auf 4760 Punkte. Besonders gefragt waren High-Tech-Werte. Auch die Börsen in London und Paris legten zu.

dpa HAMBURG. Ericsson prophezeit der Telekom-Branche unterdessen weltweit einen Schrumpfungsprozess. Im kommenden Jahr werde die Branche bis zu zehn Prozent weniger Umsatz machen, sagte Vorstandschef Kurt Hellström am Freitag bei der Vorlage der eigenen Zahlen. Der viertgrößte Mobiltelefonhersteller der Welt fuhr im dritten Quartal einen Verlust von 5,8 Mrd. Kronen (1,2 Mrd DM/610 Mill. ?) ein; im Vorjahr hatte Ericsson noch 4,1 Mrd. Kronen Gewinn erzielt. Seit Beginn dieses Jahres betragen die Verluste 16 Mrd. Kronen.

Obwohl die Verluste aus dem Handy-Geschäft deutlich höher ausfielen als von Analysten erwartet, zogen die Ericsson-Aktienkurse in Stockholm nach Veröffentlichung der Zwischenbilanz bis zum Nachmittag um 3 % auf 49 Kronen an. Als wichtigsten Grund nannten Beobachter den positiven Geschäftsverlauf bei Mobilsystemen und die optimistischen Prognosen für diesen Geschäftsbereich, bei dem die Schweden Branchengrößter sind.

Auch NEC und Toshiba in der Verlustzone

Auch die großen japanischen Elektronikkonzerne NEC und Toshiba sind angesichts der weltweiten Branchenflaute in die Verlustzone gerutscht. NEC verbuchte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (bis Ende März) einen Nettoverlust von 29,9 Mrd. Yen (528 Mio DM/270 Mio Euro). Vor Jahresfrist hatte NEC noch einen Gewinn in Höhe von 20,5 Mrd. Yen erzielt.

Toshiba gab einen Gruppenverlust von netto 123,1 Mrd. Yen bekannt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen für den Zeitraum April bis September noch einen Gewinn von 53,9 Mrd. Yen ausgewiesen. Das bis 31. März laufende Gesamtjahr werde Toshiba mit einem Rekordverlust von netto 200 Mrd. Yen abschließen, nach 96,2 Mrd. Yen Gewinn im Vorjahr, hieß es.

Auch beim operativen Ergebnis rechnet die Toshiba-Gruppe erstmals mit roten Zahlen von 110 Mrd. Yen. Der Umsatz war in der ersten Jahreshälfte um 11,2 % auf 2,5 Billionen Yen geschrumpft. Rot wird auch die Endabrechnung von NEC aussehen: Das Unternehmen rechnet für das ganze Jahr mit einem Nettoverlust von 150 Mrd. Yen. Die Börse in Tokio ging geschwächt ins Wochenende: Der Nikkei-Index büßte 0,8 % ein.

In Europa hingegen gaben die Technologie- und Kommunikationstitel den Märkten Auftrieb: In Frankfurt führten am Nachmittag Epcos (+ 5,4 %) und Infineon (+ 4,3 %) die Gewinnerlisten an. Der Nemax 50 stieg zeitweise um mehr als 3 % auf bis zu 1120 Zähler. In London gewannen die Technologiefirmen Telewest, Spirent sowie die Werbefirma WPP jeweils mehr als 6 %. An der Pariser Börse legten die wichtigsten Titel zwischenzeitlich im Schnitt fast 1,5 % zu. Hier gab der Halbleiter-Hersteller ST-Microelectronics mit mehr als 5 % Gewinn die Richtung vor.

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