Verlusten nach Eröffnung der Wall Street
Deutsche Aktien geben nach US-Eröffnung nach

Deutsche Aktienwerte haben trotz der Hoffnung auf ein baldiges Ende des US-Rechtsstreits um das Weiße Haus mit Verlusten auf die Eröffnung der Wall Street reagiert.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Aktienwerte haben Händlern zufolge trotz der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Rechtsstreits um das Weiße Haus und einen Sieg des Republikaners George W. Bush mit Verlusten auf die Eröffnung der Wall Street reagiert. Da mehrere Herabstufungen durch Investmentbanken die Stimmung in den USA belastet hätten, habe der Technologie-Index Nasdaq seine Anfangsgewinne von über zwei Prozent nicht halten können, hieß es zur Begründung.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte gegen 16.50 Uhr MEZ 1,3 % tiefer bei 6646,22 Zählern. Am Wachstumssegment Neuer Markt gab der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index 0,89 % auf 3259,22 Zähler ab, nachdem er im frühen Handel noch bis auf 3375 Zähler geklettert war. Der Nasdaq-Index verlor 0,77 % auf 2909,21 Zähler. Der Dow Jones zog um 0,56 % auf 10 828,32 Punkte an.

Ein nun wahrscheinlicher Sieg von Bush bei den US-Wahlen sei zwar grundsätzlich positiver für die Aktienmärkte als ein Sieg von Al Gore, doch warteten die Märkte offenbar noch etwas ab, bis Gore seine Niederlage auch tatsächlich eingestehe, sagte ein Händler mit Blick auf die im Tagesverlauf nachgebenden Kurse. Zudem habe der Markt einen Sieg von Bush inzwischen fast vollständig eingepreist, da die meisten Investoren seit Tagen von einem Sieg Bushs ausgehen würden.

Nach Angaben der Händler wurden die Aktien der deutschen Technologiewerte von der am Dienstag nach US-Börsenschluss ausgegebene Gewinnwarnung des US-Unternehmens Compaq sowie von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen belastet. Von Kursabstrichen waren vor allem die Papiere des Chipherstellers Infineon betroffen, nachdem Credit Suisse First Boston zudem sein Kursziel für die Aktie gesenkt hatte. Das Papier verlor 2,42 % auf 51,52 Euro und zog nach Ansicht der Händler sein Mutterunternehmen Siemens mit ins Minus. Das Indexschwergewicht stand mit einem Minus von 3,34 % auf 143,35 Euro ganz oben auf der Verliererliste. Zudem hätten Gewinnmitnahmen die Branche belastet, zumal mit nahendem Jahresende Investoren ihre Positionen bereinigten, fügte ein Händler hinzu. Dabei verbilligten sich die Papiere von Epcos um 3,82 % auf 108,20 Euro, und auch das größte europäische Softwareunternehmen SAP verlor über drei Prozent auf 179,60 Euro.

Fester präsentierten sich defensive Werte wie Schering , Karstadt-Quelle und Versorger. Es finde wie so oft bei einer Schwäche der Technologiewerte eine Umschichtung in defensivere Werte statt, sagte ein Händler. Schering gewannen über 1,5 % auf 61,13 Euro. Händler begründeten den Zuwachs auch mit guten Aussichten für die Pharmabranche unter einem US-Präsidenten George W. Bush. Stark präsentierten sich die Bankentitel wie Hypovereinsbank und Dresdner Bank, was Händler jedoch nicht auf fundamentale Nachrichten zurückführen konnten.

Am Neuen Markt herrscht nach Angaben von Händlern weiterhin optimistische Stimmung unter den Anlegern. Schon seit einigen Tagen gebe es wieder tendenziell mehr Käufe von Privatkunden, sagte Thomas Lang vom Handelshaus Lang & Schwarz. Gefragt waren unter anderem Papiere von Lipro, die nach eigenen Angaben ihre Umsatzplanzahlen für das Jahr 2001 angehoben haben. Die Aktie verteuerte sich um 29,77 % auf 13,82 Euro.

Deutliche Gewinne verbuchten Händlern zufolge die Aktien von Letsbuyit.com in Erwartung auf eine Abschaffung des Rabattgesetzes. Nachdem das Papier am Dienstag ein Tief von 0,59 Euro markiert hatte, beflügele zudem eine technische Reaktion die Aktie, sagte ein Händler. Das Papier kletterte bis zum Nachmittag um 231,82 % auf 2,19 Euro.

Die mittelgroßen Werte präsentierten sich leichter. Der MDax notierte 0,28 % im Minus bei 4729,60 Punkten.

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