Vermarktungsstreit mit der Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft beigelegt
Pechstein und Friesinger starten beim Weltcup

Anni Friesinger und Claudia Pechstein gehen in Hamar an den Start: Nach einem Vergleichsvorschlag der Managements der beiden Eisschnellläuferinnen lenkte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) am Montag ein und gab Grünes Licht für den Start der beiden am Wochenende beim Weltcup-Auftakt.

HB BERLIN. Zunächst war die erfolgreichste Winter-Olympionikin Deutschlands, Claudia Pechstein, am Montag in die Offensive gegangen und hatte ihre Bereitschaft erklärt, die strittige Athletenvereinbarung zu unterzeichnen, wenn als neuer Passus eingearbeitet wird, dass die Nutzung ihrer Persönlichkeitsrechte durch den Verbandssponsor allein auf die Deutsche Kreditbank AG (DKB), den bislang einzigen DESG-Sponsor, beschränkt wird.

"Bei neuen Hauptsponsoren muss neu verhandelt werden", erklärte Pechstein-Manager Ralf Grengel am Montag. "Wir wollten unbedingt, dass jetzt fünf Tage vor dem Weltcup in Hamar endlich die Kuh vom Eis kommt", fügte er hinzu. Claudia Pechstein hatte bereits im vorigen Jahr einen Individual-Vertrag mit der DKB abgeschlossen. Auch Friesinger-Manager Klaus Kärcher zeigte sich zufrieden über den Vergleich. "Wir sind sehr erleichtert, dass endlich der Druck von den Athleten genommen ist", bekräftigte er.

Die DESG hatte am Wochenende einen Weltcup-Start von Anni Friesinger und Claudia Pechstein in Hamar an die Unterschrift unter die neue Athleten-Vereinbarung geknüpft, in der vor allem die Rechte am eigenen Bild zwischen dem Verband und den Sportlerinnen strittig waren. Daraufhin hatte der Anwalt beider Stars, Simon Bergmann, sogar mit einer Einstweiligen Verfügung für den Fall gedroht, dass es nicht zur gütlichen Einigung mit der DESG gekommen wäre. "Ich bin zufrieden mit dem Vergleich. Es ist immer besser, wenn man sich nicht vor Gericht trifft", sagte Bergmann.

Als eigentlicher Hintergrund der Streitigkeiten erwies sich schließlich der Kontrakt zwischen der DESG und der DKB. Die Persönlichkeitsrechte waren bereits dem Hauptsponsor zugestanden worden, ohne offene Fragen mit den Managern geklärt zu haben.

Zuvor hatte es in der Auseinandersetzung heftige Verbal-Attacken zwischen Cheftrainer Helmut Kraus und Grengel gegeben. "Der so genannte Cheftrainer soll sich lieber um seine Aufgaben als Reiseleiter kümmern und sich aus Dingen heraushalten, von denen er nichts versteht", reagierte der Pechstein-Manager barsch auf Aussagen des Coaches, der tags zuvor geäußert hatte, er sei "stinksauer auf die Manager, weil diese ihrer Aufgabe nicht nachkämen, den Stress von den Athleten fern zu halten". Grengel bezeichnete dies als krassen Verstoß gegen die Vereinbarung vom März dieses Jahres, worin man sich geeinigt habe, persönliche Schuldzuweisungen zu unterlassen. "Das ist typisch für Kraus, dass er jetzt wieder die Manager in die Pfanne haut", so Grengel.

DESG-Sportdirektor Günter Schumacher zeigte sich erleichtert über die Beilegung des Konflikts. "Jeder sollte jetzt daraus lernen. Wichtig ist künftig, die Zeitschiene besser zu beachten, da die Folgen sonst unüberschaubar werden", erklärte er.

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