Vermisstenliste wird kürzer
Sieben Totgeglaubte der Terroranschläge leben

Sie waren offiziell für tot erklärt: Doch ein knappes Jahr nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York mehrt sich die Zahl der vermeintlichen Opfer, die lebend in Krankenhäusern entdeckt werden.

HB/dpa NEW YORK. Die "New York Post" berichtete am Mittwoch, es gebe wenigstens sieben solcher Fälle, die Zeitung ging aber nur auf zwei Geschichten ein. Die anderen fünf Namen sollen in der kommenden Woche veröffentlicht und von der Liste der Toten gestrichen werden, hieß es bei der New Yorker Stadtverwaltung.

Unter den Totgeglaubten ist ein 45-jähriger Obdachloser aus Brooklyn, der häufig in der Bahnstation unter einem der beiden Zwillingstürme übernachtete. Er befindet sich jetzt in einer Spezialklinik für Psychiatrie. Seine Familie wurde erst vor zwei Monaten von seinem Überleben informiert.

Am Dienstag hatte die in Newark unweit von New York erscheinende Zeitung "The Star-Ledger" über einen geistig verwirrten Mann aus dem Nachbarstaat New Jersey berichtet. Der 46-jährige George Sims konnte keine Angaben über Angehörige machen. Seine Familie habe ihn vermisst gemeldet, als er nach dem 11. September nicht wieder nach Hause kam. Er habe in unmittelbarer Nähe des WTC einen Verkaufsstand mit Trödelwaren gehabt.

Nach Angaben des Krankenhauses im Bundesstaat New Jersey leidet der Patient an Amnesie und Schizophrenie. Ein Bild des Patienten war zahlreichen Familien vorgelegt worden, die einen Mann mit in etwa passender Personenbeschreibung als vermisst gemeldet hatten. Dadurch waren schließlich seine Angehörigen ausfindig gemacht worden. Als Familienmitglieder ihn jetzt besuchten, erkannte er niemanden, berichtete die Zeitung. "Ich bin dankbar, dass er wenigstens noch am Leben ist", sagte seine Mutter Anna Sims. "Gott hat ein Wunder bewirkt."

"Dieser Fall ist mit einem Happy End ausgegangen, und das ist es, worüber wir alle so begeistert sind", sagte der Pastor der Gemeinde, der Anna Sims angehört. Er sei sich jedoch sicher, dass die meisten Fälle nicht wirklich vollkommen aufgeklärt werden könnten, fügte er hinzu.

Weniger als die Hälfte der rund 2800 Opfer der Terroranschläge auf das Wolrd Trade Center konnten bislang im Leichenschauhaus von New York identifiziert werden. Von hunderten Opfern wurden in den Trümmern keine sterblichen Überreste gefunden. Sie waren vermutlich völlig verbrannt oder zwischen den Betonmassen zerrieben worden.

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