Vermittler haben Kontakt mit Entführern
Entführer fordern Kontrolle über Lebensmittelhilfe

Entführer der deutschen und des kenianischen Entwicklungshelfers im Südsudan fordern die Kontrolle über einen Teil der Lebensmittellieferungen der Vereinten Nationen. Wie am Freitag aus UN-Kreisen bekannt wurde, sind Verhandlungen mit Vertretern der "Südsudanesischen Befreiungsbewegung" (SSLM) bereits angelaufen.

HB NAIROBI/LOKICHOKIO. Die Gruppe hatte sich am Vortag zu den Entführungen bekannt, nachdem eine der beiden deutschen Geiseln auf freien Fuß gekommen war.

Die Milizgruppe wolle offenbar mit ihrer Gewalttat erreichen, dass ein Teil der rund 70 000 Tonnen Nahrungsmittel, die das UN - Welternährungsprogramm (WFP) jährlich in den Südsudan liefert, über die SSLM geleitet wird. Zudem wolle sich die Gruppe Gehör bei den von den USA vermittelten Friedensverhandlungen schaffen.

Bislang verhandelt die Zentralregierung in Khartum nur mit der größeren "Sudanesischen Volksbefreiungsarmee" (SPLA). SSLM und SPLA vertreten rivalisierende Volksgruppen. Die Regierung in Khartum und die SPLA hatten im vergangenen Monat ein Abkommen unterzeichnet, das auf eine baldige Beendigung des seit über 19 Jahren andauernden Bürgerkriegs im Südsudan hoffen ließ.

Nach der Freilassung des Deutschen Steffen Horstmeier am Vortag bemühten sich deutsche Diplomaten, UN-Vermittler und Vertreter der Organisation World Vision am Freitag fieberhaft um die Befreiung der beiden verbleibenden Geiseln. "Wir hatten heute morgen Funkkontakt. Es geht den beiden den Umständen entsprechend gut", hieß es.

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