Vermittler sollen leistungsorientiert entlohnt werden
Hartz schlägt Chipkarte als "Arbeitslosenpass" vor

Chipkarten mit persönlichen Daten der Arbeitslosen sollen nach einem Vorschlag der Regierungskommission zur Arbeitsmarkt-Reform künftig die Vermittlung einer neuen Arbeit erleichtern.

Reuters BERLIN. "Jeder Arbeitslose soll eine Chipkarte erhalten", sagte der Vorsitzende der Kommission, Peter Hartz, der "Bild"-Zeitung in einem Interview (Freitagsausgabe). "Damit weiß der Vermittler beim Arbeitsamt in Sekundenschnelle, wen er vor sich hat." Auf der Karte sollen den Angaben zufolge die Qualifikationen und Beschäftigungszeiten des Arbeitssuchenden gespeichert sein sowie seine Versicherungsansprüche. Dabei sollten die Vorschriften des Datenschutzes berücksichtigt werden. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel und Wirtschaftsweise Horst Siebert bezeichnete die Vorschläge der Hartzkommission als unzureichend.

Hartz sprach sich für eine leistungsorientierte Entlohnung der in den Arbeitsämtern beschäftigten Vermittler aus. "Auch hier muss gelten: gute Leistung bringt guten Lohn", sagte er den Angaben zufolge. Dafür müsse das starre Vergütungssystem des öffentlichen Dienstes abgelöst werden. Hartz schlug Haustarifverträge für die Beschäftigten in Arbeitsämtern und der neuen Personalserviceagenturen, die Arbeitslose vorübergehend als "Zeitarbeiter" einstellen sollen.

Der Wirtschaftsweise Siebert sagte dem "Handelsblatt", die Kommission habe die Lohnfindung ausgeklammert. "Löhne sollten stärker dezentral, so in individuellen Komponenten der Arbeitsverträge gestaltet werden", forderte er. Betriebe sollten vom Kollektivvertrag abweichen können. Siebert trat außerdem für die Kürzung der Anspruchsfrist auf Arbeitslosengeld auf ein Jahr ein.

Die Kommission will ihre Reformvorschläge, von denen erste Eckpunkte in den vergangenen Tagen bekannt geworden waren, am 16. August vorlegen. Hartz ist Personalchef bei dem Autohersteller Volkswagen.

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