Vermögensverwaltung gebündelt via Internet
Moneyshelf.com - Finanzportal wirbt mit Specht, Hase und Fallschirm-Hamster

Mit Moneyshelf.com startet die Deutsche Bank am Donnerstag ein neues Finanzportal. Kunden haben bei Moneyshelf die Möglichkeit, alle Konten - also auch die bei anderen Kreditinstituten - via Internet zu verwalten. Moneyshelf wird zudem Versicherungen und weitere Produkte anbieten. Finanzieren soll sich der Service ausschließlich aus Provisionserträgen.

FRANKFURT. Moneyshelf wird als ein erster Versuch gewertet, das Filialgeschäft ins Internet zu verlagern. Der Internetservice soll es Kunden ermöglichen, Transparenz über die gesamte Vermögensstruktur zu erlangen. Ein Kunde kann online seine gesamten Girokonten verwalten und beispielsweise Investmentfonds kaufen oder Kapitallebensversicherungen abschließen.

Moneyshelf ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Bank AG. Das Institut hat zunächst 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Vorsichtigen Schätzungen zurfolge rechnet Moneyshelf für das Jahr 2005 bereits mit 1,2 Millionen Kunden und avisiert dann auch schwarze Zahlen an.

Kein reiner Vertriebskanal für Deutsche-Bank-Produkte

Frank Nuy, Vorstandsmitglied von Moneyshelf.com, sagte im Gespräch mit Handelsblatt.com: "Wir sind keine Bank, sondern ein reiner Finanzdiensleister. Bei der Wahl von Produkten verhalten wir uns neutral, bieten also nicht ausschließlich Produkte der Deutschen Bank an. Unsere Kunden können zwischen 1 000 Investmentfonds wählen und zudem aus zurzeit 13 Versicherungsgesellschaften auswählen." Moneyshelf sei lediglich der Bote für die Information.

Nach Darstellung des Unternehmens muss der Web-Site-Besucher beispielsweise bei einer Girokonto-Abfrage einer Konkurrenzbank zunächst wie beim normalen Homebanking bei seiner Hausbank die Online-Freischaltung beantragen. Die Zugangsdaten werden dann bei Moneyshelf hinterlegt.

Um die Finanztools der Seite zu nutzen, geben die Anwender ihr Anlegerprofil ein. Sie bestimmen selbst ihre Risiko-Bereitschaft - ohne Beratung. Anschließend haben sie die Möglichkeit, sich individuelle Musterportfolios anzuschauen oder entsprechende Anlagemöglichkeiten abzuwägen. Die Finanzseite zeigt sodann eine Auswahl an Produkten. Durch Vergleiche soll der Kunde selbst bestimmen können, welches Angebot am besten zu seinen Bedürfnissen passt. Zur Produktpalette sollen künftig auch beispielsweise Hypothekendarlehen oder private Krankenversicherungen hinzu kommen.

Als Zielgruppe sieht Nuy die gesamte Privatkundschaft: "Wir segmentieren nicht, das heißt alle Privatkunden sind unabhängig von Einkommen, Vermögen oder anderen Einstiegshürden willkommen."

Kindermotive werben um Kunden

Mit dem Erscheinungsbild will sich Moneyshelf zudem bewusst von dem bisherigen Auftreten hiesiger Geldinstitute oder Finanzdienstleister abgrenzen. Bislang erschienen auf der Web-Site täglich ein neues Motiv und ein dazugeröriger Slogan. Die Seitengestaltung von Moneyshelf sei bereits an verschiedenen Gruppen getestet worden, sagte Nuy. Angst, dass konservativere Anleger durch die Gestaltung abgeschreckt werden könnten, habe Moneyshelf daher nicht. Nuy: "Dass die Seite so frisch gestaltet ist, entspricht unserer Zielsetzung. Wir wollen mit Humor eine ungewöhnliche Seite bieten. Es soll Spaß machen, sich auf der Web-Site zu bewegen."

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Beispielsweise hat die Hypo-Vereinsbank angekündigt, ein unabhängiges Immobilienportal im Internet anzubieten. Nuy sieht Moneyshelf in seinem Umfang und seinen Funktionen dennoch als Vorreiter. Außer Moneyshelf gebe es lediglich in Amerika vergleichbar umfangreiche Finanzportale. Im Gegensatz zu "Insellösungen" für einzelne Produkte - wie z.B. Brokerage - werde auf dem Portal eine immer weiter wachsende Produktpalette abgedeckt, kündigte das Vorstandsmitglied an.

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