Vermutlich 10 000 Tote in New York
Unter den Tower-Trümmern liegen noch Überlebende

In den Trümmern des eingestürzten World Trade Centers in New York gibt es noch Überlebende. Es werde alles getan, um sie zu retten, sagte der New Yorker Polizeichef Bernard Kerik am Dienstagabend (Ortszeit). Die Opfer liegen in angrenzenden Gebäuden des Komplexes, die von der Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

dpar/tr/afp NEW YORK. Nach Aussage des demokratischen Abgeordneten Jim Moran gehen die Behören von 10 000 Toten allein in New York aus. Im abgesperrten Bereich rund um den Ort der Katastrophe liege noch immer eine "enorme Zahl von Toten", sagte ein Sprecher des Universitätskrankenhauses. Bürgermeister Rudolph Giuliani erklärte, die Opferzahl werde höher sein, "als irgendjemand ertragen kann". Allein die Feuerwehrgewerkschaft in New York sprach von 265 Toten unter ihren Leuten - fast die Hälfte der Einsatzkräfte. Auch 80 Polizisten sollen umgekommen sein. Im WTC arbeiteten normalerweise täglich rund 50 000 Menschen. An Bord der vier abgestürzten Flugzeuge waren insgesamt 266 Menschen.

Das Tragische: Am Boden sei vor dem Einsturz eine provisorische Verletztensammelstation für die Opfer des Terroranschlags eingerichtet worden, "und dann ist alles zusammengestürzt". Auch viele Sanitäter und Ärzte, die nach Bekanntwerden der Katastrophe an die Unglücksstelle geschickt wurden, seien vermutlich getötet worden.

Für die Aufbahrung der Toten sei eine Sonder-Leichenhalle an der Westside New Yorks eingerichtet worden, teilte er weiter mit. Der Süden Manhattans müsse vorerst gesperrt bleiben, weil die Stabilität zahlreicher Häuser nach dem Einsturz des World Trade Centers nicht mehr gewährleistet sei. Gegen 23.15 Uhr stürzte dann auch der Komplex World Trade Center 7 mit 47 Stockwerken ein.

Die US-Streitkräfte im In- und Ausland wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Für New York rief Präsident George W. Bush den Katastrophenzustand aus. Mit der Ausrufung des Katastrophenzustands gab der US-Präsident finanzielle Soforthilfen für New York frei. Der US-Kongress wollte am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Zwei von Terroristen entführte Passagierflugzeuge hatten am Dienstag das New Yorker World Trade Center gerammt, eine weitere Maschine raste in das Gebäude des Verteidigungsministeriums in Washington. Ein viertes gekapertes Linienflugzeug stürzte nahe Pittsburgh ab. Die beiden Türme des World Trade Centers stürzten ein, im Pentagon brach Feuer aus.

Die Kidnapper waren nach Angaben des US-Justizministers John Ashcroft lediglich mit Messern bewaffnet. Die US-Regierung vermutet als Drahtzieher hinter den Anschlägen den saudischen Multimillionär bin Laden, der sich in Afghanistan versteckt hält. Die afghanische Hauptstadt Kabul wurde am frühen Mittwochmorgen von mehreren Explosionen erschüttert. Die USA wiesen jegliche Verantwortung für die Angriffe zurück und betonten, es handele sich nicht um einen Vergeltungsschlag für die Terrorakte.

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