Vermutlich 6 543 Tote in New York
USA wollen bald Beweise gegen Bin Laden vorlegen

Die USA wollen in Kürze Beweise für eine Verwicklung des Moslemextremisten Osama Bin Laden in die Terroranschläge vom 11. September vorlegen. US-Außenminister Colin Powell sagte am Sonntag dem Fernsehsender NBC, sein Land könne "in naher Zukunft" die Verantwortung Bin Ladens für die Anschläge belegen. Die USA "arbeiteten hart, um alle Informationen zu sammeln", fügte Powell hinzu.

vwd/afp/ap WASHINGTON. Auch prüfe seine Regierung die Gesetzgebung, um "den Handlungsfreiraum zu erhalten, den wir benötigen, um ihn (Bin Laden) vor Gericht zu bringen oder Gerechtigkeit über ihn walten zu lassen".

Die USA boten nach Angaben Powells eine Belohnung in Höhe von 25 Mil. US-Dollar für Hinweise, die zur Ergreifung Bin Ladens führen. Die Zahl der Mitglieder von Bin Ladens Terrorgruppe El Kaida schätzte Powell auf "mehrere Tausend". Nach einem Bericht der "New York Times" vom Sonntag wurden in den vergangenen fünf Jahren mindestens 11 000 Terroristen in afghanischen Lagern Bin Ladens ausgebildet. Der Außenminister sagte, er hoffe, die Millionensumme motiviere jemanden in Afghanistan, Bin Laden zu verraten. Zuvor hatte die US-Bundespolizei FBI eine Belohnung von fünf Mill. US-Dollar auf Bin Laden ausgeschrieben.

Knapp zwei Wochen nach den Terroranschlägen von New York und Washington wehen die Flaggen in den USA wieder auf Vollmast. Präsident George W. Bush ließ die Nationalfahne am Sonntag feierlich wieder hissen. Rückkehr zur Normalität als Lebensnotwendigkeit für die Wirtschaft und eine intensive Fahndung nach den Terroristen um den Hauptverdächtigen Osama Bin Laden wurden von Regierungsmitgliedern in Fernsehauftritten als zentrale Aufgaben der kommenden Tage genannt.

"Unsere Skyline wird sich wieder erheben"

Tausende Trauernde aller großen Glaubensrichtungen gedachten am Sonntagabend in New York der Opfer vom 11. September. Viele hielten bei der Gedenkveranstaltung im Yankee-Stadion Bilder ihrer vermissten Angehörigen und Freunde hoch. Bürgermeister Rudolph Giuliani sprach den Menschen Mut zu. "Unsere Skyline wird sich wieder erheben", versicherte er.

"Jenen, die sagen, unsere Stadt wird nie mehr so sein wie vorher, sage ich: Ihr habt Recht - sie wird noch besser werden», erklärte Giuliani. Er hatte darauf bestanden, nicht von einer Trauerfeier zu sprechen, weil noch ein Funke Hoffnung für die Rettung einiger der Vermissten bestehe. Seit den Terrorangriffen wurde jedoch kein Überlebender aus den Trümmern geborgen. Nach der Veranstaltung gab Giuliani die Zahl mit 6 453 an - 120 mehr als zuletzt angenommen. Führende Geistliche aus dem Christentum, dem Judentum und dem Islam beteten für die Opfer und deren Familien und riefen zur Einheit auf.

Offenbar aus Furcht vor Anschlägen mit chemischen oder biologischen Waffen verboten die USA am Sonntag alle landwirtschaftlichen Flüge, bei denen die Felder aus der Luft mit Pflanzenschutzmitteln besprüht werden. Der Geheimdienst habe die Maßnahme empfohlen, erklärte ein Sprecher der Bundesluftfahrtbehörde FAA. Die Bundespolizei FBI sprach von einer reinen Vorsichtsmaßnahme. Das Flugverbot galt den Angaben zufolge für den gesamten Sonntag.

Die "Washington Post" berichtete unterdessen auf ihrer Internetseite, dass sich drei Männer aus dem Nahen Osten vor einiger Zeit nach Flugzeugen zum Besprühen von Feldern erkundigt hätten. Einer dieser Männer sei als Mohamed Atta identifiziert worden. Atta gilt als mutmaßlicher Entführer bei den Anschlägen vom 11. September. Die Sprühflüge waren am 16. September schon einmal eingestellt worden, außerdem ist ein Überfliegen von Ballungsräumen weitgehend untersagt worden.

In Austin im US-Staat Texas ermittelten die Behörden zwei Männer, deren Namen auf einer FBI-Liste von Personen steht, die zur Befragung gesucht werden. Sie wurden festgehalten, als sie ein Flugzeug der American Airlines besteigen wollten.

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