Vernünftiges Vorsorgekonzept ist wichtig
Es geht auch ohne Riester

Die Riester-Rente bringt zum Bewusstsein, wie wichtig private Vorsorge ist. Sie birgt allerdings auch die Gefahr, dass einfach noch mehr Anlageprodukte gekauft werden, ohne sie in ein vernünftiges Vorsorgekonzept einzubinden. Bevor ein Anleger einen neuen Spar- oder Versicherungsvertrag unterschreibt, sollte er daher genau prüfen, wie viele ähnliche Verträge schon in der Schublade liegen. Dabei gilt als Faustregel: Lebensversicherungen kündigt man nicht. Aber man kann durchaus, wenn man (aus steuerlichen Gründen) mindestens fünf Jahre lang eingezahlt hat, die Police ruhen lassen.

6.4.2001 Bei der Vorsorge gilt es zunächst, sich Klarheit über die Ziele zu verschaffen, z.B. die Altersvorsorge, Sparen für ein Haus oder für die Ausbildung der Kinder, die Absicherung der Familie für den Fall, dass der Hauptverdiener stirbt, die Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit.

Wie viel Vorsorge sollte man betreiben? Hierzu bieten zahlreiche Internetseiten der Versicherer (z.B. www.allianz.de oder www.cosmos-direkt.de) Rechner an, mit denen sich die Versorgungslücke grob abschätzen lässt. Wichtig: Wahrscheinlich sinkt die gesetzliche Rente wegen der Überalterung der Bevölkerung noch weiter. Im Zweifel sollte man also etwas mehr auf die hohe Kante legen. Wer errechnen will, mit welcher Sparrate ein Vermögen von z.B. einer halben Million DM mit Fonds aufgebaut werden kann, findet dazu ebenfalls Hilfe im Internet. Wichtig ist dabei, realistische Vorgaben zu machen: Eine Verzinsung von acht Prozent ist für einen Aktienfonds schon recht viel, wie sich gerade in der heutigen Börsensituation deutlich erweist.

Die neue steuerliche Situation

Hier nur ein Beispiel: Wer 20 Jahre lang monatlich 100 DM spart, hat am Ende bei acht Prozent Verzinsung knapp 60 000 DM. Damit lassen sich rund 400 DM Monatsrente fürs Alter finanzieren. Aber wie viel sind 400 DM in 20 Jahren noch wert? Die schleichende Geldentwertung, die auch bei niedrigen Inflationsraten stattfindet, wird meist übersehen. Welche Produkte sind geeignet? Die verschiedenen Varianten der Lebensversicherung reizen vor allem aus steuerlichen Gründen.

Im Renditevergleich gelten langfristig Aktienfonds als unschlagbar. Hier empfiehlt sich aber, nicht die ganze Sparrate in einen einzigen Fonds zu stecken - falls der Fondsmanager ein Pechvogel ist. Wer auf Sicherheit bedacht ist oder einen Teil des Geldes schon in wenigen Jahren braucht, sollte auf jeden Fall parallel auch Zinspapiere oder Anteile an Immobilienfonds erwerben.

Moderne Vorsorgekonzepte, wie sie häufig auch von Verbraucherschützern empfohlen werden, trennen den Sparvorgang von der Absicherung - das ist in der Regel kostengünstiger als die verschiedenen Varianten der Lebensversicherung. So bietet sich als Standardpaket eine Kombination aus Aktienfonds plus Risikolebensversicherung mit eingebautem Schutz gegen Berufsunfähigkeit an.

Vermögen in einen Auszahlungsplan stecken

Im Alter kann man das angesammelte Vermögen in einen Auszahlungsplan stecken, den es bei Fondsgesellschaften gibt, oder in eine private Rente von der Lebensversicherung. Möglich ist auch eine Kombination, etwa die Absicherung des Mindestbedarfs über die Rente (die z.B. auch noch gezahlt wird, wenn man 110 Jahr alt ist) und dazu ein Auszahlungsplan mit 25 Jahren Laufzeit.

Doch wo sollte man die Produkte kaufen? Fonds gibt es inzwischen auch bei Versicherern und Lebensversicherungen bei der Bank. Kostengünstiger kann man Fonds bei manchen speziellen Fondsshops oder bei Direktbanken kaufen (dort sollte man auf der Web-Site die Bedingungen für Fondssparpläne nachschauen). Die entscheidende Frage ist immer, wie viel Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (aus dem sich der Vertrieb finanziert) gewährt wird. Lebensversicherungen in allen Varianten wiederum sind günstig bei Direktversicherern zu bekommen, die ohne Vermittler verkaufen. Es kommt aber nicht nur auf die Kosten an, sondern auch auf die Qualität der Kapitalanlage an. Fondsgebundene Produkte kauft man auch besser beim Direktversicherer, sonst fressen die Kosten den Steuervorteil auf. Gute Beratung zu bekommen ist schwierig. Im Fondsbereich gibt es einige unabhängige Vermögensverwalter. Bei den Versicherern sind ganz unabhängig nur die gerichtlich zugelassenen Versicherungsberater, die gegen Honorar arbeiten. Und die echten Versicherungsmakler haben immerhin eine größere Palette zur Auswahl als der durchschnittliche Vertreter.

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