Veröffentlichung der Cross-Selling-Quote erwartet: MLP-Kundenzahl steht im Fokus der Analysten

Veröffentlichung der Cross-Selling-Quote erwartet
MLP-Kundenzahl steht im Fokus der Analysten

Nach Einschätzung aus dem Umfeld des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP AG dürfte das Neugeschäft in den ersten drei Monaten flau gewesen sein.

pk FRANKFURT/M. Die Zurückhaltung der Verbraucher bei Anlage- und Vorsorgeprodukten hat auch der Heidelberger Finanzdienstleister MLP AG im ersten Quartal zu spüren bekommen. Nach Einschätzung aus dem Umfeld des Unternehmens dürfte das Neugeschäft in den ersten drei Monaten flau gewesen sein, wobei angesichts der Börsenflaute der Absatz von Kapitallebensversicherungen naturgemäß besser gelaufen sei als der von fondsgebundenen Policen. Am Donnerstag legt MLP seine Bilanz vor.

Den Angaben zufolge haben sich die Neukundenzahlen bei MLP stabilisiert. Konkrete Zahlen zum Jahresauftakt werden zwar nicht erwartet, aber "möglichst genaue Indikationen", hofft Metehan Sen, Analyst bei Sal. Oppenheim. Erstmals wird auf der Bilanz-Pressekonferenz mit der Veröffentlichung der "Cross-Selling- Quote" gerechnet: Diese Zahl gibt Auskunft darüber, wie viele Verträge ein Kunde abgeschlossen hat. Finanzkreise rechnen mit fünf Verträgen pro Kunde im Schnitt; diese Cross-Selling-Quote läge damit höher als bei der Citibank oder bei den deutschen Großbanken, hieß es. Bestätigt sich diese Quote, wäre dies ein Indiz dafür, dass das Geschäftsmodell von MLP, einer auf Akademiker fokussierten Vermögensberatung, trotz der schlechten Presse der vergangenen Monate intakt ist.

Der zuletzt hohen Fluktuationsrate unter den jüngeren Beratern versucht MLP jetzt mit einem Umfragesystem zu begegnen. Wechselwilligen Beratern werden Gespräche mit Vorgesetzten oder sogar dem Vorstand angeboten.

MLP hat nach den vorläufigen Zahlen für das Jahr 2002 einen Konzernverlust von 114,5 Mill. Euro verbucht nach einem Gewinn von 150,8 Mill. Euro im Vorjahr. Im endgültigen Jahresabschluss wird der Verlust auf etwa 30 Mill. Euro sinken, weil der an die österreichische Uniqa veräußerte Anteil an der MLP Lebensversicherung AG, Wien, berücksichtigt ist.

Hauptgrund für die roten Zahlen war eine Kehrtwende in der umstrittenen Bilanzierungspraxis. Ohne Sonderaufwendungen wäre ein bereinigtes Ergebnis von 31 Mill. Euro verblieben. Für 2003 wird ein Konzernergebnis von 65 Mill. Euro angepeilt. Da 2002 durch Sonderposten verzerrt war, zähle jetzt wieder ausschließlich das operative Geschäft, sagt Marc Thiele, Analyst bei Commerzbank Securities.

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