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Veröffentlichung neuer Standards

Das IASB veröffentlichte am 31. 3. 2004 insgesamt drei neue Standards, die es für das erste ...

Das IASB veröffentlichte am 31. 3. 2004 insgesamt drei neue Standards, die es für das erste Quartal 2004 angekündigt hatte. Zudem wurden drei weitere Standards in überarbeiteter Fassung veröffentlicht. Sämtliche Neuerungen sind von den betroffenen Mutterunternehmen spätestens zum Start der EU-weiten IFRS-Anwendungspflicht ab 2005 zwingend zu befolgen. Mit diesem Abschluss des ersten großen Abschnitts seines Arbeitsprogramms hat das IASB, ein Endorsement vorausgesetzt, die Plattform der Vorschriften für die Rechnungslegung kapitalmarktorientierter Konzerne in Europa ab Januar 2005 bereitgestellt.

  • IFRS 3 "Business Combinations", IAS 36 "Impairment of Assets" und IAS 38 "Intangible Assets": Mit diesen Standards zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen und immateriellen Werten vollzieht das IASB eine weitgehende Annäherung an die in SFAS 141 und SFAS 142 enthaltenen US-Vorschriften. Die Interessenzusammenführungsmethode (Pooling-of-Interests Method) wird abgeschafft. Stattdessen gilt künftig allein die Erwerbsmethode (Purchase Method) in der Variante der Neubewertungsmethode. Zudem wird die bisherige planmäßige Abschreibung des Goodwill durch den sog. Impairment Only Approach ersetzt. Dieser sieht vor, dass Unternehmen ihren Goodwill auf Untereinheiten aufteilen und mindestens jährlich einem Niederstwerttest unterziehen. Diese Vorgehensweise gilt fortan auch für immaterielle Vermögenswerte, für die eine Nutzungsdauer nicht bestimmt werden kann. Der Impairment Test hat, anders als sein US-Pendant, lediglich eine Stufe. Durch präzisierte Ansatzkriterien für vom Goodwill separierbare immaterielle Werte, die im Rahmen einer Übernahme erworben werden, soll eine differenziertere Folgebewertung der erworbenen Komponenten erreicht werden. Beispielsweise müssen bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen auch erworbene F&E-Projekte aktiviert werden. Diese sind nach US-GAAP als Aufwand zu buchen. Der Ansatz von Restrukturierungsrückstellungen ist nur möglich, wenn die Restrukturierungsverpflichtung bereits vor der Übernahme beim erworbenen Unternehmen bestand. Andernfalls sind Restrukturierungsausgaben ergebniswirksam zu erfassen.


  • IAS 39 - Änderung "Fair Value Hedge Accounting for a Portfolio Hedge of Interest Rate Risk": Der Standard erlaubt Unternehmen unter weniger strengen Voraussetzungen als bisher, von den Möglichkeiten der Sicherungsbilanzierung (Hedge Accounting) für eine Portfolio-Absicherung des Zinsänderungsrisikos Gebrauch zu machen. Mit dieser Neuerung dehnt das IASB die Bilanzierungsvorschriften für Fair Value Hedges stärker als bisher auf sog. Makro-Hedges aus und reagiert somit nicht zuletzt auf Forderungen aus Bankenkreisen, die Anwendung von IAS 39 zu erleichtern. Für eine langfristig geplante umfassende Überarbeitung von IAS 39 hat das IASB jüngst eine Working Party gegründet.


  • IFRS 4 "Insurance Contracts": Mit diesem Standard legt das IASB erstmals umfangreiche Angabepflichten über Versicherungsverträge für den Versicherer fest. Gem. IFRS 4 sollen Versicherungsunternehmen u.a. über die beizulegenden Zeitwerte ihrer Versicherungsverträge informieren. Ansatz und Bewertung, die vorerst weiterhin gem. nationalen Vorschriften erfolgen können, sind nur geringfügigen Einschränkungen unterworfen. IFRS 4 ist als Übergangslösung gedacht. Eine grundlegende Neuausrichtung der Bilanzierung von Versicherungsverträgen hin zu einem durchgehenden Fair Value-Konzept wird in Phase II des Insurance Project angestrebt. Auch hierzu hat das IASB eine Working Party ins Leben gerufen.


  • IFRS 5 "Non-current Assets Held for Sale and Discontinued Operations": IFRS 5 ist das erste Ergebnis des kurzfristigen Konvergenzprojektes von IASB und FASB. Er führt eine weitgehende Angleichung der Vorschriften für die Bilanzierung aufzugebender Geschäftsbereiche sowie zu veräußernden Anlagevermögens an SFAS 144 "Accounting for the Impairment or Disposal of Long-Lived Assets" herbei. Bisher war dieser Themenbereich im Wesentlichen in IAS 35 geregelt. Die betroffenen Vermögenswerte sind einem Werthaltigkeitstest zu unterwerfen, in der Bilanz separat als "Held for Sale" zu zeigen und bis zu ihrer Veräußerung nicht mehr planmäßig abzuschreiben. Der Ergebnisbeitrag stillzulegender Geschäftsbereiche (Discontinued Operations) ist in der Gewinn- und Verlustrechnung separat anzugeben.




Quelle: FINANZ BETRIEB, 23.04.2004

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