Verpatzter Auftakt
Van Almsick fühlt sich zu alt für den Staffel-Trubel

Die deutsche Frauen-Staffel über die 4 x 100 Meter Freistil hat bei Olympischen Spielen erneut eine Medaille verpasst. Für einen Lichtblick sorgte allerdings Neuling Daniela Götz.

HB ATHEN. Franziska van Almsick war geknickt. Dass es für sie bei ihren vierten und letzten Olympischen Spielen mit der 4 x 100 Meter Freistilstaffel der Frauen nicht zu einer Medaille gelangt hat, hat die Berlinerin sichtlich mitgenommen. «Klar bin ich enttäuscht. Wenn ich jetzt nach Hause komme, wird erst einmal die ein oder andere Träne rollen», sagte die 26-Jährige am Samstagabend nach dem Staffel-Rennen im Aquatic Center von Athen.

Schließlich wollte das Staffel-Quartett in der Besetzung Antje Buschschulte, Petra Dallmann, Daniela Götz und Franziska van Almsick mit einem Platz auf dem Podium dem restlichen deutschen Team einen erfolgreichen Olympia-Beginn bescheren.

Aber dazu kam es nicht. Wie bereits vor vier Jahren in Sydney mussten sich die deutschen Frauen in 3:37,94 Minuten mit dem enttäuschenden vierten Platz zufrieden geben. Ohne Frage eine bittere Niederlage, denn das DSV-Team war mit dem am 29. Juli bei den Europameisterschaften in Berlin aufgestellten Weltrekord von 3:36,00 Minuten als heißer Anwärter auf die Medaille gehandelt worden.

«Schaut man auf die Weltrangliste, dann war bereits im Vorfeld klar, dass Deutschland mit dem Erringen der Gold- und Silbermedaille nichts zu tun haben werde», fügte Franziska van Almsick zu. «Bronze hätten wir aber schon gern gewonnen», sagte sie. «Doch wir müssen jetzt anerkennen, dass es nicht gereicht hat.»

Wie der deutsche Schwimmstar feststellte, hätte man gewusst, dass man vor allem gegen die Niederländerinnen um den dritten Platz zu kämpfen habe. So kam es auch - allerdings mit dem besseren Ausgang für die Mannschaft um Schlussschwimmerin Inge de Bruijn, der Weltrekordhalterin und Olympiasiegerin über 100 Meter Schmetterling. Gegen sie hatte Franziska van Almsick nichts mehr entgegenzusetzen. «Die Inge war eine Nummer zu groß für mich», sagte die Berlinerin. Für sie, so van Almsick, werde der Trubel in der Staffel auch langsam zu viel. «Da bin ich mittlerweile zu alt für.»

Während Franziska van Almsick die letzten 100 Meter in 54,49 Sekunden hinter sich brachte, schwamm die Niederländerin 53,37 Sekunden und sicherte ihrem Team damit in der Gesamtzeit von 3:37,59 Minuten den dritten Platz hinter den USA (3:36,39 Minuten) und den Australierinnen, die sich in der neuen Weltrekordzeit von 3:35,94 Minuten zur Goldmedaille katapultierten. «Ich kann auch nicht mehr aus meinem Körper herausholen», sagte van Almsick, die sich am Dienstag über die 200 Meter Freistil ihren Traum von der ersten Olympischen Goldmedaille erfüllen will.

Antje Buschschulte, die als Startschwimmerin das deutsche Team bis zum ersten Wechsel in Führung gebracht hatte, zeigte sich selbst nicht «super enttäuscht, denn wir sind alle gut geschwommen. Es war doch klar, dass wir es schwer haben werden.» Trotz allem sei es natürlich ärgerlich, «bei Olympia Vierter zu werden», sagte Buschschulte.

Nach dem Rennen hat Franziska van Almsick übrigens erst einmal Daniela Götz in den Arm genommen und getröstet. «Ich war vor dem Rennen so aufgeregt, das war die Hölle», sagte Debütantin Daniela Götz. Die 16-Jährige kam in Athen zu ihrem ersten internationalen Großeinsatz.

Doch eigentlich hätte nicht van Almsick die junge Nachwuchsschwimmerin trösten sollen, sondern Götz hätte ihre erfahrenen Staffelkolleginnen Mut zusprechen sollen. Denn im deutschen Quartett schwamm die Schülerin in 53,99 Sekunden die beste Zeit. Das war ohne Frage der positivste Moment an diesem enttäuschendem Auftakttag für die DSV-Mannschaft.

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