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Verpatzter EM-Test der Niederlande macht Mut

Winden im Elztal (dpa) - Die überraschende Testspiel-Niederlage des ersten EM-Gegners Niederlande gegen Belgien hat im Quartier der deutschen Nationalmannschaft einen weiteren Stimmungsaufschwung ausgelöst.

Winden im Elztal (dpa) - Die überraschende Testspiel-Niederlage des ersten EM-Gegners Niederlande gegen Belgien hat im Quartier der deutschen Nationalmannschaft einen weiteren Stimmungsaufschwung ausgelöst.

«Ich denke, unsere Chancen sind gut, am 15. Juni in Porto gegen die Holländer zu bestehen», sagte Bundestrainer Michael Skibbe nach seiner Rückkehr aus Eindhoven, wo er am Vorabend für Teamchef Rudi Völler «spioniert» hatte. Nachdem die deutsche Elf die Belgier Ende März in Köln noch deutlich mit 3:0 besiegt hatte, leistete sich der Auftaktgegner bei der Europameisterschaft in Portugal ein 0:1. «Die Holländer haben einige Kabinettstückchen gezeigt, aber die Belgier stellten die geschlossenere und reifere Mannschaft», meinte Skibbe über «den verdienten Sieg der Belgier».

Über 3000 Fans pilgerten ins Elztal-Stadion von Waldkirch, um sich bei einer öffentlichen Trainingseinheit ein Bild vom deutschen Team zu machen. Sie konnten vor allem im Übungsspiel Fünf gegen Fünf Spielfreude und Biss beobachten. «Die Qualität im Training gefällt mir sehr gut. Es wird erbittert auch um kleine Siege gefightet», stellte Stürmer Fredi Bobic anschließend fest. Für das «Highlight», so der Berliner, sorgte Jens Lehmann, als er seinem Torwart-Rivalen Oliver Kahn den Ball auf dem 40-Meter-Feld mit der Hand direkt ins Tor warf, was für schmunzelnde Teamkollegen und Betreuer sowie amüsierte Zuschauer auf der Tribüne sorgte. «Der zählt nicht», rief Kahn. Scherzbold Bobic schlug Völler spontan vor, zur Klärung den aus dem Fernsehen bekannten Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Striegel anzurufen.

Trotz guter Laune, im Vordergrund steht harte Trainingsarbeit, in die von Pfingstmontag an neben dem bislang angeschlagenen Thomas Brdaric auch die beiden Bremer Frank Baumann und Fabian Ernst eingreifen werden. Die Pokalsieger sollten schon mit zu einem Werbetermin in den Europapark nach Rust fahren. Die vakanten Plätze 22 und 23 im deutschen EM-Kader werden spätestens bis zum Nominierungsschluss an zwei Akteure aus der U 21-Auswahl vergeben. Sollte die Junioren-Auswahl aber bei der laufenden EM in Deutschland bis ins Halbfinale vordringen, würden die jungen Nachrücker die gesamte Vorbereitungsphase des A-Teams im Elztal verpassen. Die U 21-EM endet erst mit dem Finale am 8. Juni, einen Tag vor der Abreise des Völler-Teams nach Portugal. Skibbe verriet die getroffene Absprache mit Junioren-Trainer Ulli Stielike: «Alle U 21-Spieler werden bis zur letzten Minute bei ihm bleiben.»

Neben Lukas Podolski, der Favorit auf den freien Stürmerplatz ist, steht inzwischen auch fest, dass für den verletzt abgereisten Paul Freier ein offensiver Mittelfeldspieler nachnominiert wird. «Es muss positionsbedingt passen, ähnlich wie das bei Christian Ziege der Fall war, der für Christian Rahn nachrückte», erläuterte Skibbe. Als erster Kandidat gilt Bastian Schweinsteiger (Bayern München), aber auch der Stuttgarter Christian Tiffert und der im halblinken Mittelfeld spielende Thomas Hitzlsperger (Aston Villa) zählen zum Kreis der Anwärter. Denn Freier hatte bei seinem Kurzeinsatz gegen Malta in der zweiten Hälfte Torsten Frings links abgelöst.

Trotz der vielen Personalprobleme verbreitete Skibbe bei Halbzeit des Trainingslagers im Schwarzwald Optimismus. «Wir werden auf den Punkt topfit sein», versprach der Bundestrainer zwei Wochen vor dem EM-Ernstfall gegen den Erzrivalen Niederlande. Doch jetzt gilt zunächst das ganze Augenmerk dem vorletzten Testspiel in Basel gegen den EM-Teilnehmer Schweiz. «Da werden wir mehr gefordert als gegen Malta. Das ist eine echte Standortbestimmung», erklärte Bobic.

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