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„Verrücktes“ Derby in London - Eigentor von Glazer

Glanzvolle Derbies in London, deutsche Legionäre mit Licht und Schatten sowie ein Eigentor von „Manu“-Kaufinteressent Malcom Glazer: In der englischen Premiere League haben sich am Wochenende die Ereignisse auf und neben dem Platz überschlagen.

dpa LONDON/FRANKFURT/MAIN. Glanzvolle Derbies in London, deutsche Legionäre mit Licht und Schatten sowie ein Eigentor von "Manu"-Kaufinteressent Malcom Glazer: In der englischen Premiere League haben sich am Wochenende die Ereignisse auf und neben dem Platz überschlagen.

Höhepunkt war der 5:4-Sieg von Titelverteidiger FC Arsenal beim Stadtrivalen Tottenham Hotspur. Nationaltorwart Jens Lehmann traf vor den Augen von Bundestrainer und Ex-Spurs-Spieler Jürgen Klinsmann sowie Assistent Joachim Löw allerdings keine Schuld. Arsenal (30 Punkte) bleibt zwei Zähler hinter Spitzenreiter FC Chelsea (32), dessen Trainer José Mourinho nach dem 4:1 beim FC Fulham bereits vom Titelgewinn träumte.

Henry, Lauren, Vieira, Ljungberg und Pires sorgten vor 36 095 Zuschauern für den ersten Arsenal-Sieg nach drei Spielen. Sieben der neun Tore fielen im "spannendsten Nord-Derby Londons aller Zeiten" ("The Sun") im zweiten Spielabschnitt binnen 33 Minuten. "Normalerweise enden Derbies 0:0. Das hier war verrückt - ein Cricket-Ergebnis", sagte Arsenal-Coach Arsène Wenger. "Wenn man vier Tore gegen Arsenal erzielt, sollte man normalerweise bequem gewinnen", befand der neue Tottenham-Coach Martin Jol.

Als "unwürdig" für Arsenal bezeichnete Chelsea-Coach José Mourinho das hohe Resultat. "Wenn bei uns ein Drei-gegen-Drei-Trainingsspiel 5:4 endet, schicke ich die Spieler zurück in die Kabine", lästerte Mourinho. Für sieben Minuten aufs Feld in Fulham schickte der Portugiese seinen deutschen Verteidiger Robert Huth. Auch das zweite, später angepfiffene Londoner Derby ließen sich Klinsmann und Löw nicht entgehen. Sie mussten mit ansehen, wie der von ihnen neu in die A-Mannschaft berufene Moritz Volz gegen Chelseas Arjen Robben große Probleme hatte und auch das Tor des lange Zeit verletzten niederländischen Nationalspielers nicht verhindern konnte.

Erfolgreicher war der ebenfalls in der Ägide Klinsmanns in das A-Team bereits berufene Thomas Hitzlsperger. Er erzielte beim 2:1- Auswärtssieg von Aston Villa über die Bolton Wanderers eine Minute vor dem Ende den Siegtreffer. Dietmar Hamann durfte sich dank Milan Baros über einen 3:2-Heimerfolg des Rekordmeisters FC Liverpool über Crystal Palace freuen. Alle drei Treffer erzielte der Tscheche. Trotz des Sieges musste Liverpool (20) den alten Rivalen Manchester United (21) vorbei ziehen lassen, der am Sonntag durch Tore von Wayne Rooney (7./90.+3) und Ruud van Nistelrooy (74./Elfmeter) bei Newcastle United (Shearer/70.) mit 3:1 gewann.

Ein Eigentor hat dagegen US-Milliardär Glazer geschossen. Nach der vorzeitig gescheiterten friedlichen Übernahme von Manu griff er zu drastischeren Mitteln und verhinderte mit seinem Aktien-Anteil von 28,11 Prozent auf der Generalversammlung die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder Maurice Watkins, Andy Anson und Philip Yea. Als Reaktion darauf beendete laut britischen Medienberichten die amerikanische "JP-Morgan"-Bank kurze Zeit später die Zusammenarbeit mit dem Sport-Tycoon. Für die Übernahme des auf 1,1 Mrd. Euro taxierten Clubs soll Glazer auf Anleihen von rund 700 Mill. Euro angewiesen sein.

Die Anhänger des Champions-League-Gewinners von 1999 nahmen die Nachricht mit großer Freude auf. "Außer den Fans, dem Vorstand, den Großaktionären John Magnier and JP Mcmanus ist sogar seine Bank gegen ihn", stellte der Sprecher der fanorientierten Aktionärs-Vereinigung "Shareholder United", Oliver Houston, fest. Allerdings warnte er vor dem Besitzer des ehemaligen Super-Bowl-Champions Tampa Bay Buccaneers: "Wie ein wildes Tier ist Glazer am gefährlichsten, wenn er in die Ecke getrieben wird. Wir müssen dafür sorgen, dass er ein für alle Mal abgeschrieben ist."

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