Versand zu D2 über Umwege
T-Mobile führt multimediale SMS ein

Als zweiter der fünf Mobilfunkanbieter in Deutschland bietet T-Mobile vom 1. Juli an den Versand von multimedialen Kurznachrichten (MMS) mit Texten, Bildern und Tönen über sein Mobilfunknetz an.

Reuters BONN. Von der Weiterentwicklung der beliebten, aber bislang auf kurze Texte beschränkten Kurznachrichten (SMS) verspricht sich das Unternehmen wie seine Konkurrenten deutliche Umsatzzuwächse und die erhoffte Belebung des Geschäfts mit Datendiensten.

Der designierte Marketing-Geschäftsführer von T-Mobile, Martin Knauer, rechnet nicht damit, dass die MMS-Kurznachrichten (Multimedia Messaging Service) den boomenden SMS-Markt beeinträchtigen werden. "Wir glauben, dass MMS keinen Verdrängungseffekt für SMS haben wird", sagte Knauer in Bonn.

Mit den monatlich mehr als 900 Mill. über T-Mobile verschickten SMS erwirtschaftet das Unternehmen derzeit rund 12 % seines Umsatzes von zuletzt 4,5 Mrd. Euro im ersten Quartal 2002. Das SMS-Geschäft hat eine überdurchschnittlich hohe Gewinnmarge, die nach Branchenangaben gut 25 % beträgt.

Vor dem Marktführer T-Mobile hatte bereits im Frühjahr der zweitgrößte Anbieter D2 Vodafone seinen MMS-Dienst gestartet. MMS macht es möglich, nahezu beliebig lange Textnachrichten mit digitalen Bildern sowie Tönen oder Sprache an andere Handy-Nutzer oder an E-Mail-Adressen zu verschicken. Zum Versand und zum Empfang sind allerdings MMS-fähige Mobiltelefone erforderlich, von denen T-Mobile zwei Geräte mit Zwei-Jahresvertrag zu rund 300 und 350 Euro einschließlich Digitalkamera anbietet.

Auf Grund technischer Probleme wird allerdings mindestens bis zum Jahresende der MMS-Dienst im D1-Netz nur innerhalb des T-Mobile-Mobilfunknetzes funktionieren. Kunden in anderen Mobilfunknetzen oder ohne MMS-fähiges Handy werden ebenso wie beim Versand von MMS über E-Mail nur über Umwege die multimedialen Kurzbotschaften abrufen können. Die Empfänger muss sich in diesem Fall zunächst mit einer SMS oder einer E-Mail begnügen, die auf eine Internet-Seite verweist, auf der die MMS als Datei mit Fotos, Text und Sprach hinterlegt ist. Der designierte Marketing-Chef Knauer sagte, "ich würde mir wünschen, dass wir mit D2 bis Jahresende eine Übereinkunft zur MMS-Zustellung haben."

Im Ausland wird der MMS-Versand und der-Empfang nach T-Mobile-Angaben in zunächst zehn Ländern möglich sein, darunter in den USA und in die Urlaubsländer Spanien, Italien und Frankreich. Gegenüber einer reinen Textnachricht im Format SMS, die T-Mobile derzeit mit 19 Cent in Rechnung stellt, werden MMS-Nachrichten vom 1. August an mit 39 Cent rund doppelt so teuer. Für umfangreiche MMS-Nachrichten mit animierten Bildern oder Musik in CD-Qualität werden dann 99 Cent berechnet. Die Einführung des MMS-Dienstes will T-Mobile mit einer sechswöchigen TV- und Print-Werbekampagne bekannt machen, für die ein zweistellige Millionenbetrag eingeplant ist.

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