Versandhandel
Karstadt-Quelle hat Kapitalkosten nicht verdient

Die Karstadt-Quelle AG in Essen hat auch im vergangenen Geschäftsjahr ihre Kapitalkosten nicht verdient.

Reuters/vwd DÜSSELDORF. Wie aus dem am Mittwoch vorgelegten Geschäftsbericht hervorgeht, lag der Economic Value Added (EVA) weiterhin im Minus. Allerdings verbesserte sich diese Kennzahl auf minus 74 Millionen von minus 94 Millionen Euro im Jahr 2000.

Der EVA errechnet sich, indem vom Geschäftsergebnis in Höhe von 603 Millionen Euro die Kapitalkosten von 677 Millionen Euro abgezogen werden. KarstadtQuelle betrachtet den EVA als maßgebliche operative Größe für die angestrebte Steigerung des Unternehmenswertes.

Sparkurs bringt 160 Millionen Euro

Der Konzern will 2003 nach Urbans Worten deutlich mehr als 160 Millionen Euro sparen. Geplant sei, die Gehälter der Mitarbeiter an den Erfolg des Unternehmens zu koppeln. Darüber werde mit dem Betriebsrat verhandelt, sagte Urban, während vor dem Gebäude Mitarbeiter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen die vom Unternehmen angekündigte Halbierung der freiwilligen Zusatzleistungen protestierten.

Der Konzernchef will den Umbau des Unternehmens zu einem integrierten Handels- und Dienstleistungskonzern beschleunigen. Beispielsweise seien Kooperationen in "verschiedensten Formen" sowie Zukäufe geplant. Bislang betreibt Karstadt-Quelle Gemeinschaftunternehmen mit der Deutschen Telekom bei der Kundenkarte, führt mit dem US-Konzern Starbucks Kaffee-Shops und bietet mit der Ergo-Versicherung Finanzdienstleistungen an. Zudem soll das E-Commerce-Geschäft ausgebaut werden.

Ergebnisziel 2003 noch zu halten?

"Sollte jedoch die Einzelhandelskonjunktur und damit unsere Umsatzentwicklung in den nächsten Monaten schwach bleiben, müssen wir natürlich auch unser Ergebnisziel 2003 überarbeiten." Die Konjunkturflaute und die damit einher gehenden Verluste bei der Reisetochter Thomas Cook bescherten Karstadt im ersten für den Handel traditionell schwachen Jahresviertel einen im Vergleich zum Vorjahr größeren Verlust. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Verlust vor Steuern (Ebt) auf 120 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 80 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ohne die Einbeziehung der mit der Lufthansa betriebenen Reisetochter Thomas Cook AG wäre das Quartalsergebnis indessen ausgeglichen gewesen.

Das Handelshaus bekräftigte Aussagen, das Umsatzminus sei im April leicht zurückgegangen. Vor allem dazu beigetragen habe der Versandhandel. Quelle bietet im 75. Jahr ihres Bestehens zahlreiche Sonderangebote. Demgegenüber zeige der stationäre Einzelhandel einen "unverändert schleppenden" Umsatzverlauf, teilte Karstadt mit. Zum Geschäft im Mai sagte Urban, im stationären Einzelhandel sei die Lage weiter schwierig, während der Versandhandel "weiterhin erfreulich" verlaufe.

Den Umsatzrückgang im ersten Quartal bezifferte Karstadt mit 4,7 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Von Januar bis März verbuchten Warenhäuser und Fachgeschäfte mit 7,7 Prozent einen stärkeren Umsatzrückgang als der Versand (Quelle und Neckermann) mit 1,7 Prozent. Allein in den Warenhäusern sank der Umsatz sogar um 8,1 Prozent, doch sank der Fehlbetrag in dieser Sparte auf 10 Millionen Euro nach 24 Millionen Euro im Vorjahr. Die Metro-Tochter Kaufhof hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, auf vergleichbarer Fläche seien die Umsätze um fast sieben Prozent gesunken.

Der Kurs der im MDax notierten Karstadt-Quelle-Aktie verlor bis zum Mittag in einem schwächeren Gesamtmarkt 2,13 Prozent auf 33,52 Euro.

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