Archiv
Verschärfter Preiswettbewerb durch Euro-Bargeld

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft erwarten, dass sich der Preiswettbewerb in der Euro-Zone durch die Einführung des Euro-Bargeldes verschärfen wird. 60 Prozent der Top-Manager rechnen damit, ergab der Handelsblatt Business-Monitor im Dezember.

HB DÜSSELDORF. Besonders die Wirtschaftselite aus den Großunternehmen (66 %) sowie dem Dienstleistungs- und Handelssektor (beide 63 %) geht davon, aus dass es zu einer stärkeren Preiskonkurrenz kommen wird.

Auf die Konjunktur wird die Einführung des Euro-Bargeldes allerdings keine Auswirkungen haben, ist knapp die Hälfte der befragten Führungskräfte überzeugt (49 %). Wenn Effekte vermutet werden, dann - so die Einschätzung von einem Drittel der Entscheider (33 %) - eher solche, die der Konjunktur Auftrieb geben. Nur jeder sechste Manager (17 %) fürchtet, die vollständige Umstellung auf den Euro könne dazu beitragen, die Wirtschaftsentwicklung zu bremsen - eine Position, die am häufigsten im Handel und in Teilen des Verarbeitenden Gewerbes vertreten wird (24 %).

>>Grafik zur Umfrage

Im Dezember 2001 haben die skeptischen Einschätzungen der Top-Manager erneut zugenommen, der Euro werde im Verlauf des nächsten halben Jahres weiterhin unter der Parität zum Dollar notieren (von 73 % im November auf jetzt 78 %). Nur noch 20 Prozent (-4) halten eine Parität mit dem US-Dollar in absehbarer Zeit für denkbar. Insbesondere im Oktober dieses Jahres, vor dem Hintergrund der Terror-Krise, hatten sich immerhin 31 Prozent einen anhaltenden Kursanstieg des Euro vorstellen können.

56 % der Führungskräfte für weitere Zinssenkung durch die EZB

Nachdem die Europäische Zentralbank zuletzt am 8. November 2001 den Leitzins um 50 Basispunkte auf 3,25 Prozent gesenkt hat, fordert eine Mehrheit von 56 Prozent der deutschen Top-Manager zur Stabilisierung der Konjunktur eine weitere Absenkung. Hingegen sind 43 Prozent mit dem derzeitigen Zinsniveau zufrieden und plädieren für seine Beibehaltung. Mit dem Zinsschritt hat die EZB offenbar den Wünschen zumindest einiger Führungskräfte der deutschen Wirtschaft entsprochen, denn noch Anfang November 2001 hatten sich noch 67 Prozent von ihnen für Zinssenkungen ausgesprochen.

Unter jenen 56 Prozent, die weitere Zinsabschläge für angebracht halten, kommt für die meisten (36 %) eine Marge von erneut 50 Basispunkten in Betracht, 15 Prozent würden sich mit 25 Basispunkten zufrieden geben. Noch stärkere Absenkungen, von 0,75 Prozent (so die Meinung von 2 %) oder 1,0 Prozent (3 % der Befragten) werden nur von kleineren Gruppen gefordert.

Im Auftrag des Handelsblatts nimmt das Psephos-Institut für Wahlfor-schung und Sozialwissenschaft (Hamburg-Potsdam-Bonn) Befragun-gen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland vor. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im Dezember wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 855 Führungskräfte in der Zeit vom 3. bis 14. Dezember 2001 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%