Verschärfter Wettbewerb
Weitere Stellenstreichungen bei der Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa, Frankfurt, tritt weiter auf die Kostenbremse: Die Kranich-Linie will ab dem 1. Juli 2002 auf jedem Langstreckenflug einen Flugbegleiter streichen.

HAMBURG. Davon betroffen wären rund 500 bis 600 Stellen. Die Fluggesellschaft will hierdurch Kosten in Höhe von 30 bis 40 Mill. Euro einsparen. Dies geht aus einem Schreiben der Lufthansa-Personalvertretung hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

Damit reagiert die börsennotierte Fluggesellschaft weiter auf den sich verschärfenden Wettbewerb.

Der Abbau des Kabinenpersonals ist mit einem veränderten Service-Konzept verbunden. Danach sollen die Flugbegleiter in den Lufthansa-Maschinen künftig einen "Kombi-Troller" einsetzen, von dem Essen und Getränke gleichzeitig an die Fluggäste ausgegeben werden. Bislang erfolgte dies jeweils getrennt auf einem eigenen Wagen. Erstmals soll der neue Service im März getestet werden.

Die Lufthansa erklärt, dass hierdurch in der Kabine "keine bestehenden Arbeitsplätze gefährdet" sind. Der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist von den Plänen bislang nichts bekannt. Sie kann deswegen nicht abschätzen, ob es möglicherweise doch zu Stellenstreichungen kommt.

Die neuen Pläne des Lufthansa-Vorstands bergen erhebliche Brisanz. Erst im November vergangenen Jahres hatte sich die Gewerkschaft mit der Fluggesellschaft darauf geeinigt, dass es bei den insgesamt 12000 Mitarbeitern in den Lufthansa-Kabinen zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommt. Bis zum 30. April 2002 wurde mit den Arbeitgebern ein Schutzabkommen vereinbart, dass über die bislang vereinbarte Kurzarbeit hinaus keine Stellenstreichungen zulässt.

Die Gewerkschaft des Kabinenpersonals in Deutschland stemmt sich hingegen vehement gegen die Lufthansa-Pläne. "Für die Flugbegleiter bedeutet dies eine erhebliche Mehrbelastung", erklärt Uwe Hien, Geschäftsführender Vorstand der Gewerkschaft, auf Anfrage des Handelsblatts. Laut Hien will die Gewerkschaft noch in dieser Woche mit den Bereichsvorständen Gespräche führen.

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