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Verschaufpause an der Wall Street

Es wäre auch zu schön gewesen. Nach fast neun Handelsstagen im Plus dreht der Nasdaq Index in die Verlustzone. Negative Quartalsergebnisse und Gewinnmitnahmen belasten die Märkte zum Wochenende. Auch der Dow Jones Index verliert an Punkten. Kurseinbußen bei Merck und 3M führen das Börsenbarometer der 30 US-Standartwerte ins negative Terrain.

Nachdem der technologielastige Nasdaq Index in dieser Woche schon rund zehn Prozent an Wert zulegte, büßt er zum Wochenschluss bis zur Mittagszeit fast 1,5 Prozent an Punkten ein. Der Dow Jones Index verliert ebenfalls 1,5 Prozent.

Kursverluste vor allem bei Pharma- und Biotechnologieunternehmen belasten die Indizes. Merck sorgt mit pessimistischen Prognosen für das restliche Geschäftsjahr für schlechte Stimmung. Der zweitgrößte Pharmakonzern der Welt konnte die Erwartungen im ersten Quartal zwar erfüllen, merkte aber an, dass es sich bei den vergangenen drei Monaten um die stärksten in diesem Geschäftsjahr gehandelt haben dürfte. Auch Eli Lilly, MedImmune und Pharmacia notieren im Minus.

Ebenfalls schwächer tendiert der Chipsektor. Enttäuschende Quartalsergebnisse bei Xilinx belasten das Segment. Der Chiphersteller hat die Gewinnerwartungen der Analysten im vergangenen Quartal um drei Cents je Aktie verfehlt. Obwohl PMC-Sierra die zuvor revidierten Erwartungen erreichen konnte, notieren die Aktien der Chipunternehmen ebenfalls deutlich schwächer. Intel, Texas Instruments, Micron Technologies, Xilinx, Advanced Micro Devices und Altera büßten an Wert ein.

Honeywell enttäuscht vor Wochenschluss mit ernüchternden Quartalszahlen. Der Mischkonzern, der von General Electric übernommen wird, verfehlte die Gewinnerwartungen für das vergangene Quartal um satte zwölf Prozent. Das Management begründet die hohe Abweichung mit gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten. Honeywell und General Electric notieren in der Verlustzone.

Die Quartalszahlen bei Nortel Networks sorgen für ähnlich trübe Stimmung. Der Glasfaserkonzern weitete den Verlust in den vergangenen drei Monaten aus. Der Umsatz ging ebenfalls zurück. Der Hersteller von Telekom-Technologie meldete dennoch ein Ergebnis im Rahmen der reduzierten Analystenschätzungen. Aufgrund der schlechten Transparenz wollte das Management keine Angaben zum weiteren Geschäftsverlauf geben. Während Nortel an Wert verliert, notieren JDS Uniphase und Lucent im Plus.

Auch die Finanzwerte büßen Punkte ein. Nachdem die überraschte Zinssenkung den Aktien Auftrieb gab, lösen Anleger auch heute einen Teil ihrer Gewinne ein. Die Aktien der Brokerhäuser hatten bereits am Donnerstag durch negative Analystenkommentare von UBS Warbung einen Dämpfer erhalten. J.P. Morgan, Goldman Sachs, Lehman Brothers, Morgan Stanley Dean Witter, Citigroup und Bank of Amerika tendieren schwächer.

Positive Nachrichten kommen dagegen aus dem Hause Microsoft. Der Softwaregigant konnte die Erwartungen der Analysten mit einem Gewinn von 44 Cents je Aktie um zwei Cents schlagen. Die Einführung neuer Produkte dürfte Microsoft in diesem und dem kommenden Jahr zugute kommen, schätzt Analyst Rick Sherlund von Goldman Sachs. Das Brokerhaus stuft die Aktien des Softwarekonzerns nach den erfreulichen Quartalszahlen auf "kaufen" auf. Ab dem 31. Mai soll die neue Office XP Software ausgeliefert werden. Im August wird wiederum eine neue Version der Windows Software am Start stehen. Die Aktie dürfte auch davon profitieren, dass Unternehmen im Fiskaljahr 2002 wieder verstärkt ihre Computersysteme aufstufen.

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