Verschiedene Möglichkeiten
Rabattland-USA: Günstige Preise für Frühaufsteher

Das Rabattgesetz und die Zugabeverordnung stehen endgültig vor dem Aus: Am Freitag beschloss der Bundestag den Wegfall der fast 70 Jahre alten Regelungen.

afp BERLIN. Nach der Mitte Juli erwarteten Zustimmung des Bundestages kann damit schon im Sommer der Startschuss für höhere Preisnachlässe und Werbegeschenke im deutschen Handel fallen. Wohin die Entwicklung führt, zeigt das Beispiel USA. Verschiedene Modelle aus Übersee könnten auch hierzulande einschlagen:

Wer ein Auto kauft, bekommt in den USA ein nobles Autoradio und einen Jahres-Gutschein für die Waschstraße, zum neuen Schlafzimmer gibt's die Matratze kostenlos. Derartige Zugaben werden demnächst wie selbstverständlich auch hierzulande zum Einkauf gehören. Dabei wird die Regelung im Kleinen ebenfalls funktionieren: Wer zwei Packungen Shampoo kauft, kann dann ein Dusch-Gel gratis mitnehmen. Verbraucherschützer und auch der Handel wollten allerdings den Zugaben Grenzen setzen und zumindest einen Zusammenhang mit dem eigentlichen Kaufgegenstand per Gesetz festschreiben lassen. Ein Fernseher als Zugabe zum neuen Sportwagen sollte damit unmöglich werden. Diesen Vorschlägen folgte der Bundestag aber nicht.

Vereinsmitglieder kaufen in den USA oft billiger. Diese Möglichkeit besteht in Deutschland grundsätzlich auch schon heutzutage, wird nach Einschätzung des Handels mit der Neuregelung weiter ausgeweitet.

Eines der traditionsreichsten Rabattsysteme in Übersee ist, Kupons aus Tageszeitungen oder Prospekten auszuschneiden. Die auf den Papier-Schnipseln genannten Rabatte werden beim Einkauf vom Preis abgezogen, mit einem großen Stapel Kupons lässt sich eine Menge Geld sparen. Das System wäre auch auf Deutschland übertragbar, bringt aber einen enormen zusätzlichen Zeitaufwand für die Kassierer mit sich. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) schätzt deshalb, dass hierzulande vielmehr über Kundenkarten die meisten Rabatte angeboten werden. Diese werden wohl künftig auch von kleinen Händlern verbreitet werden, die sich in Kartengemeinschaften zusammenschließen können.

Preisnachlässe bei schlechtem Wetter oder für Frühaufsteher locken in den USA auch zu gewöhnlich schlecht besuchten Zeiten Kunden an. In Deutschland fallen solche Angebote allerdings unter das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und sind als Sonderveranstaltungen verboten. Die einzige Möglichkeit, zu speziellen Anlässen Rabatte zu gewähren sind die Schlussverkäufe, alle 25 Jahre Firmenjubiläen und Räumungsverkäufe.

Wer in einer Boutique in den Staaten eine Jeans kauft, kann gegen Vorlage seines Belegs im Musikgeschäft nebenan eine CD mitnehmen: Kooperationen zwischen Unternehmen werden auch hierzulande künftig möglich.

Mit der Großfamilie im Restaurant essen zu gehen und dafür Mengenrabatt zu bekommen, ist in den USA durchaus üblich. Auch in Deutschland wird dies möglich sein. Internetanbieter, die bereits mit Gruppenkäufen auch Waren wie Waschmaschinen oder sogar Autos wegen der Mengenrabatte der Hersteller billiger anbieten, bekommen mit dem Wegfall des Rabattgesetzes Rechtssicherheit.

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