Verschiedene Systeme werden zu einer Einheit zusammen gefasst
Software-Anbieter verdienen an Sparwut der Kunden

Derzeit ist auch in der Informationstechnologie Sparen oberstes Gebot. Das geht aber nicht nach der Rasenmähermethode. Vielmehr lassen sich die besten Kostenvorteile erreichen, wenn vorhandene Programme besser aufeinander abgestimmt werden - für einige Softwarehäuser ein lukratives Geschäft.

HB DÜSSELDORF. Die Informationstechnologie (IT) empfinden viele Manager immer noch als Fass ohne Boden. Sie sehen die Gefahr, mindestens 15 % ihrer IT-Budgets zu vergeuden. Diese Zahl wurde bei einer Umfrage des Computerkonzerns ICL und Peregrine Systems unter Managern in Großbritannien ermittelt, doch sie dürfte auch woanders zutreffen. Der Untersuchung zufolge können Manager sogar nur mit 30 % Gewissheit angeben, was der IT-Betrieb sie überhaupt kostet.

Bevor nun die Budgets für neue Projekte, leistungsfähigere Computer oder noch mächtigere Programme aufgestockt werden, wird daher lieber erst einmal versucht, im eigenen Haus aufzuräumen. "Erfolgreich werden nur Unternehmen sein, die ihre zentralen Anwendungen in eine einheitliche IT-Umgebung integrieren und die über Jahre gewachsenen unterschiedlichen Systemwelten zu eine Gesamtheit zusammenfassen", meinen die Berater von Diebold. Dies sei die Voraussetzung, um Wertschöpfungsketten über das eigene Unternehmen hinweg zu installieren - gemeinsam mit Lieferanten, Geschäftspartnern und Kunden.

SAP feiert Erfolg mit MySAP.com

So verwundert es nicht, dass Softwarehäuser, die Hilfe beim Aufräumen und beim Aufbau einer einheitlichen IT-Umgebung anbieten, derzeit gute Ergebnisse präsentieren.

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat dies mit seiner MySAP.com-Strategie geschafft. Die überraschend guten Zahlen, die SAP für das jüngste Quartal vorgelegt hatte, kamen gerade wegen dieser strategischen Neuausrichtung zustande. Als Teil einer umfassenden E-Business-Lösung integriert beispielsweise MySAP SCM (Supply Chain Management) die gesamte Lieferkette. Die Analysten der Privatbank Delbrück meinen zugleich, dass SAP derzeit das einzige große Softwarehaus sei, das eine aggressive Strategie offener Softwarelösungen verfolgt.

Eine ähnliche globale Rolle wie SAP spielt IBM. Beim weltgrößten Computerkonzern ist die so genannte Middleware, die Anwendungen über Betriebssystem- und Plattformgrenzen hinweg verbindet, allerdings nur eines von mehreren Themenbereichen. IBM hat gerade mit einer neuen Serie von Workstations und Servern Sun Microsystems als langjährige Nummer eins abgelöst. Als großer Hardwarehersteller profitiert IBM vom Angebot "Alles aus einer Hand", nachdem das Software-, Service und Beratungsgeschäft massiv ausgebaut wurde.

Software AG erkämpft Wettbewerbsvorsprung

Vom Trend des Auf- und Umbaus der IT-Infrastruktur profitieren derzeit auch Unternehmen wie die Darmstädter Software AG (SAG) und das US-Softwarehaus BEA Systems. SAG entwickelt Systemsoftware, auch Infrastruktursoftware genannt. Dazu gehören Datenbanken und Entwicklungswerkzeuge. In den vergangenen beiden Jahren hat SAG eine neue Systemplattform für E-Business-Lösungen über das Internet und das Mobiltelefon entwickelt, die auf der wichtigen Programmiersprache XML (extensible markup language) basiert. Die hier aufgebaute marktführende Stellung sehen viele Analysten im derzeitigen Aktienkurs noch nicht ausreichend berücksichtigt. Das Internet und XML vereinfachen vieles bei der inhaltlichen Festlegung und der Anpassung elektronisch angebahnter Geschäfte, die Unternehmen miteinander machen.

Eines der ganz wenigen Unternehmen, die bis heute vom Internet-Crash verschont geblieben sind, ist BEA Systems. Nach 23 Quartalen mit Rekordzuwächsen musste das US-Softwarehaus zwar kürzlich erstmals davor warnen, dass das laufende Quartal sich nicht ganz so gut entwickelt. Das wird von den meisten Analysten angesichts der allgemeinen US-Wirtschaftslage aber noch nicht als gravierend angesehen. Weil sich BEA jedoch dem Abwärtstrend der Börsen nicht entziehen konnte, schwanken die Empfehlungen der Analysten zwischen "Strong buy" und "Abwarten".

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