Archiv
Verschlafen,doch dann aufgewacht

Die US-Märkte brauchten zur Wochenmitte ein bisschen länger, um aus den Startlöchern zu kommen. Nachdem die Wall Street am Dienstag erneut mit Kursverlusten geschlossen hatten, gewannen die Marktteilnehmer am Mittwoch erst in der zweiten Handelshälfte das Vertrauen zurück. Gute Quartalsergebnisse und zum Teil zufriedenstellende Wirtschaftsdaten bescherten den wichtigsten Indizes schließlich kontinuierlich Kursgewinne.

Der Dow Jones schloss rund 1,5 Prozent im Plus. Der technologielastige Nasdaq Index gewann über zwei Prozent an Wert. Nach dem ersten Frühstück wachten gegen Mittag auch die letzten Markteilnehmer auf. Gute Quartalsdaten von Chevron, Brystol-Myers, Walt Disney und Voicestream beflügelten den Markt. Vor allem Telekommunikations- und Tabakwerte konnten an Punkten zulegen.

Die Aktie von Voicestream Wireless verteuerte sich schlagartig, nachdem die US-Behörde für Kommunikation grünes Licht für die Übernahme durch die Deutsche Telekom gegeben hatte. Zwar ist der Deal noch von einer weiteren US-Behörde zu prüfen, doch die Feste werden gefeiert, wie sie fallen. Die Aktie legte bis Handelsschluss rund zwei Prozent an Wert zu.

Unterstützung erhielt der Telekommunikationssektor zudem von Verizon. Der größte Telekommunikationskonzern der USA konnte die Analystenprognosen im abgelaufenen Quartal mit einem Gewinn von 72 Cents pro Aktie um einen Cent schlagen. Vor allem im Mobilfunk- und Ferngesprächbereich konnte Verizon Kunden gewinnen. Neben Verizon notieren auch SCB Communications und BellSouth im Plus.

Das Börsenbarometer der 30 US-Standartwerte profitierte zur Wochenmitte vor allem von vielversprechenden Nachrichten im Tabaksektor. Philip Morris führte neben Johnson & Johnson und Honeywell die Liste der Dow-Gewinner an.

Der weltgrößte Tabakkonzern könnte schon bald davon profitieren, dass der neue Haushaltsplan von US-Präsident George W. Bush nicht genügend Mittel bereitstellt, um die Klagen gegen die Tabakindustrie weiterhin zu finanzieren. Das meldete die Washington Post in Bezugnahme auf Informationen des US-Justizministeriums. Die Anwälte des Ministeriums schätzen, dass die Prozesse im kommenden Jahr 57,6 Millionen Dollar verschlingen werden. Sobald die Gerichtverfahren gegen die Tabakindustrie beendet seien, hätten die Aktien des Sektors spürbares Aufwärtspotenzial. Das prognostizierte Marc Cohen, Analyst bei Goldman Sachs, bereits zu Wochenanfang. Philip Morris führte die Liste der Dow Gewinner an. Auch die Aktien von Reynolds Tabacco legte an Wert zu.

Mit guten Quartalsergebnissen stimmte auch Medienkonzern Walt Disney die Anleger zufrieden. Der Medienkonzern schlug die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von 19 Cents pro Aktie um sechs Cents. Zwar waren das Anzeigengeschäft und die Einschaltquoten rückläufig, doch der Verkauf von Videokassetten und DVDs verlief erfolgreich. Auch für das Gesamtjahr könnten die allgemeinen Prognosen übertroffen werden, so Finanzchef Thomas Staggs. Die Aktie stand neben Philip Morris ganz oben auf dem Siegertreppchen der 30 Standartwerte.

Für schlechte Schlagzeilen sorgte dagegen Sun Mircosystems. Der Serverhersteller wird Anfang Juli aus Kostengründen weltweit für eine Woche die Förderbänder abgeschaltet. Mit der vorübergehenden Fabrikschließung ist Sun Micro kein Vorreiter. Auch die Beschäftigten von Hewlett-Packard, Agilent Technologies und Applied Materials mussten bereits Zwangsurlaub nehmen. Die Börse reagierte auf die Meldung mit deutlichen Kursabschlägen. Die Aktie gehörte am Mittwochabend zu den größten Nadsdaq verlierern.

Freudiger ging es dagegen auf dem Pharmasektor zu. Bristol-Myers konnte den Gewinn um zehn Prozent steigern und damit die Konsensschätzungen der Analysten um einen Penny schlagen. Vor allem die Blutdruck- und Diabetesmittel trugen zu dem positiven Ergebnis bei. Auch die Pharmaunternehmen American Home Products und Pharmacia konnten neben einem deutlichen Umsatzanstieg die Analystenerwartungen genau treffen. Bristol-Myers, Pfizer und Merck schlossen in der Gewinnzone.

Unter Druck geriet Am frühen Mittwoch der Glasfaserbereich. Nachdem das Investmenthaus UBS Warburg den Sektor abgestuft hatte, notierten die Aktien von Cisco Systems, Juniper Networks, und Nortel Networks deutlich in der Verlustzone. Werte wie Ciena konnten sich dagegen wieder erholen.

Die Anzahl der Verkäufe bereits existierender als auch neuer Häuser sowie die Auftragseingänge bei Herstellern langlebiger Güter beflügelten die Märkte am Mittwochmorgen leicht. Die Anzahl der Aufträge für langlebige Güter stieg im März um drei Prozent und übertraf damit die Konsensschätzungen der Ökonomen deutlich. Die Experten hatten lediglich mit einem Wachstum um 0,5 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Aufträge noch um 0,4 Prozent gefallen. Die Verkäufe bereits existierender und neuer Häuser stiegen im März ebenfalls stärker als erwartet. Die Daten deuteten größtenteils darauf, dass es der US-Wirtschaft nicht so schlecht geht, wie von den Marktteilnehmern befürchtet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%