Verschmelzungsvertrag bereits unterzeichnet
Hauptversammlungen stimmen über Eurohypo ab

Die Aktionäre der drei Hypothekenbanken Rheinhyp, Eurohypo und Deutsche Hyp werden in den kommenden Tagen auf ihren Hauptversammlungen über den Zusammenschluss ihrer Häuser zum größten deutschen Immobilien-Spezialinstitut entscheiden.

Reuters FRANKFURT. Die Zustimmung der Anteilseigner gilt als sicher, da die Häuser jeweils mehrheitlich zu Commerzbank, Deutscher Bank, beziehungsweise Dresdner Bank gehören. Die drei großen privaten Institute hatten vor rund einem Jahr bekannt gegeben, ihre Immobilientöchter fusionieren zu wollen.

Verschmelzungsvertrag bereits unterzeichnet

Die Commerzbank-Tochter Rheinhyp und die zur Deutschen Bank gehörende Eurohypo sollen auf die Deutsche Hyp verschmolzen werden, da diese über eine Gemischtbankenlizenz verfügt. Der Verschmelzungsvertrag ist nach früheren Informationen der Banken bereits unterzeichnet. Die neue Bank soll unter dem Namen Eurohypo firmieren und von Rheinhyp-Vorstand Karsten von Köller geführt werden. Die Eintragung ins Handelsregister ist für August oder September vorgesehen.

Den Auftakt der Aktionärsentscheidungen über die Fusion bildet am Freitag die Hauptversammlung der Rheinhyp. Eurohypo und Deutsche Hyp folgen am 17., beziehungsweise 18. Juni.

Die Fusion der Hypothekenbanken ist der Einschätzung von Analysten zufolge eine Reaktion auf den wachsenden Konsolidierungsdruck im deutschen Bankgewerbe. Die deutschen Geldhäuser leiden unter niedrigen Erträgen bei gleichzeitig hohen Kosten. Die drei Großbanken haben bereits angekündigt, mittelfristig ihre Anteile an dem Spezialinstitut verringern zu wollen. Bis zum Jahr 2004 sei in einem ersten Schritt ein Free-Float von 25 % der Anteile geplant.

Zunächst wird die Deutsche Bank rechnerisch 34,7 %, die Commerzbank 34,5 % und die Dresdner Bank 28,6 % der Anteile an der neuen Eurohypo halten.

Analysten: Eurohypo tritt in Konkurrenz zu HVB Real Estate

Die neue Hypothekenbank wird nach Einschätzung von Experten vor allem in Konkurrenz zu HVB Real Estate treten. Die Hypo-Vereinsbank hat in dieser Einheit mehrere ihrer eigenen Hypothekenbanktöchter gebündelt. Die neue Eurohypo soll nach den Worten ihres künftigen stellvertretenden Vorstandschefs Bernd Knobloch die gesamte Wertschöpfungskette bei Immobilientransaktionen abdecken. Dazu zähle unter anderem die Beratung, Strukturierung sowie die Arrangierung von Finanzierungen, hatte Knobloch Anfang Mai gesagt.

Noch nicht festlegen wollen sich die meisten Branchenbeobachter, wie sich die Konzentration auf kleinere Hypothekenbanken auswirken wird. Der genossenschaftliche Sektor arbeitet derzeit ebenfalls dran, seine Immobilienaktivitäten zu bündeln, während sich die Depfa-Gruppe gerade in eine rechtlich jeweils selbstständige Staatsfinanzierungs- und eine Immobilienbank aufgespalten hat. Analysten hatten gesagt, die künftig für die Immobilien-Aktivitäten zuständige Aareal-Bank könne möglicherweise von der Konsolidierung des Sektors profitieren. Es sei allerdings noch zu früh, um zu sagen, ob die Bank dabei als Übernahmeobjekt oder als Käufer gehandelt werden könne.

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