Archiv
Verschüttete Philippiner nach zehn Tagen lebend geborgen

Wie durch ein Wunder sind zehn Tage nach dem Einsturz eines Hauses bei den verheerenden Unwettern auf den Philippinen vier Verschüttete lebend geborgen worden.

dpa MANILA. Wie durch ein Wunder sind zehn Tage nach dem Einsturz eines Hauses bei den verheerenden Unwettern auf den Philippinen vier Verschüttete lebend geborgen worden. Die gerettete Maria Tamares (55) berichtete, sie hätte zusammen mit zwei 14 Jahre alten Jungen und ihrer erst dreijährigen Enkelin nichts als Wasser zu sich genommen.

Helfer hatten nach Behördenangaben tagelang in dem völlig verwüsteten Gebäude östlich der Hauptstadt Manila gegraben und schließlich unter einer Betonplatte Stimmen gehört.

"Wir haben durch Gebete und Wasser überlebt, das durch Risse hineingesickert ist", berichtete Tamares weiter, die nach ihrer Bergung durch ein kleines Loch hindurch in Tränen ausbrach. "Meine Enkelin sagte mir immer wieder, dass sie nicht sterben will. Und dann haben wir gebetet und gebetet. Wir sind unendlich glücklich, zu leben", sagte sie blass und sichtlich geschwächt, aber lächelnd.

Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo nannte die unverhoffte Rettung der Vier in dem Ort Real "ein Wunder". Die Helfer würden weiter graben, um möglicherweise weitere Überlebende zu finden, sagte sie im Rundfunk. "Danken wir dem Herrgott für dieses Wunder." Die drei Kinder und Tamares waren Teil einer Gruppe von rund 100 Menschen, die am 29. November vor den schweren Unwettern über dem Norden und Osten des Landes in das zweistöckige Haus geflohen waren. Unter der Last von Tonnen von Schlamm, Baumstämmen und durch die reißende Fluten brach das Gebäude dann in sich zusammen, das zu einer Ferienanlage in dem Ort in der Provinz Quezon gehörte.

Unterdessen stieg die Zahl der Toten und Vermissten durch die Katastrophe auf knapp 1 600 an. Nach offiziellen Angaben vom Donnerstag kamen bei dem Unwetter vom Anfang voriger Woche mindestens 775 Menschen ums Leben, während 713 noch vermisst worden. Der nachfolgende Taifun "Nanmadol" riss zusätzlich 67 Menschen in den Tod, während das Schicksal von 38 weitern zunächst unklar war. Besonders heftig betroffen waren die drei Ortschaften Real, General Nakar and Infanta. Der Schaden an der Infrastruktur, an Ernten und in der Fischerei wurde auf umgerechnet rund 42 Mill. Euro geschätzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%