Verschuldung bleibt trotz Mobilkom-Kauf niedrig
TA sieht sich 2002 im Ergebnisplan

Die Telekom Austria AG hat am Dienstag mit einem besseren Halbjahresergebnis ein weiteres Mal die Markterwartungen übertroffen und ein um 15 % besseres operatives Ergebnis für das zweite Quartal 2002 bekannt gegeben.

rtr WIEN. Der Ausblick der TA ist unverändert. Man gehe nach wie vor von einem leichten Anstieg des zusammengefassten Betriebsergebnisses vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) und einer weiteren Verbesserung des Nettoergebnisses im Gesamtjahr aus, heißt es im Aktionärsbrief. TA-Generaldirektor Heinz Sundt sagte am Dienstag vor Journalisten, er erwarte noch immer ein Ganzjahres-Ebitda von knapp 1,5 Mrd. ? vor Restrukturierungskosten. 2001 hatte das Ebitda um 39 % auf 1,473 Mrd. ? zugelegt.

TA führt das Halbjahresergebnis auf Erfolge bei den Kostensenkungen, die Stabilisierung der Marktanteile im Festnetz und ein nach wie vor dynamisches Mobilfunkgeschäft, vor allem im Ausland, zurück.

TA hat im zweiten Quartal 2002 das zusammengefasste Ebitda auf 380,6 (330,9) Mill. ? gesteigert. Der Konsensus war bei 360 Mill. ? gelegen. Die Umsatzerlöse gab die TA am Dienstag mit 935,3 (949,6) Mill. ? an. Das zusammengefasste Betriebsergebnis beinhaltet die TA sowie 100 % der Mobilkom Austria AG. Das oben angegebene Ebitda ist exklusive der Restrukturierungskosten. Die zusammengefassten Umsätze des ersten Halbjahres 2002 wurden von der TA mit 1,898 (1,894) Mrd. ? genannt. Das Ebitda sei auf 794,5 (706,1) Mill. ? gestiegen. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg im ersten Halbjahr auf 243,2 (130,1) Mill. ?. Das Nettoergebnis inklusive der at equity konsolidierten Mobilkom drehte im ersten Halbjahr 2002 auf 54,4 (minus 35,5) Mill. ? ins Plus. TA notierten zuletzt mit 8,62 ?. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 7,41 % im Minus. Damit liegt TA besser als der Sektor, der gemessen am Eurostoxx Telecom-Index seit Jänner rund 40 % verloren hat. Auf TA lastet aber der angekündigte Rückzug der Telecom Italia, der im zweiten Halbjahr noch mit einem secondary public offering erfolgen könnte. "Sie liegen mit den Ergebnissen über den Erwartungen. Aber ich glaube, die Erwartungen waren sehr vorsichtig", sagte ein Händler. Der Grund, warum die Aktie "nicht wie eine Rakete abgeht" sei, dass der Markt auf das SPO der TI warte. "Dieses beträchtliche Finanzergebnis für das erste Halbjahr 2002 stellt den strategischen Erfolg der Unternehmungsführung bei der Kostensenkung, der Reduktion der Sachanlagenzugänge, der verstärkten Kundenorientierung sowie der Stabilisierung des Marktanteiles unter Beweis", sagte Sundt.

"Das ist noch immer eine Restrukturierungs-Story. Aber die guten Ergebnisse weisen die TA nun als sicheren Hafen im Sektor aus", sagte Peter Breyer, Analyst der Bank Austria Creditanstalt AG. Als Erfolg wertet die TA die stabile Nettoverschuldung, die sich im Vergleich mit anderen Telekom-Unternehmen als niedrig erweise. Trotz des mit Barmitteln erfolgten Kaufes der Mobilkom liege die Nettoverschuldung mit 3,43 Mrd. ? nur um 151,5 Mill. ? über der vom Ultimo 2001. Ohne diesen Kauf wäre die Verschuldung auf 2,74 Mrd. ? gesunken, heißt es im Aktionärsbrief. Die Nettoverschuldung enthalte auch Effekte aus dem Verkauf von Forderungen. Bar seien daraus 283,5 Mill. ? geflossen. Sundt sagte, die gute Ertragslage der Mobilkom, die von Analysten als Cash Cow des Konzernes angesehen wird, habe den Umsatzrückgang und das stagnierende Ergebnis im Festnetzbereich kompensiert. Die Umsätze im Festnetzbereich sanken im ersten Halbjahr 2002 auf 1,007 (1,109) Mrd. ?, während die Mobilkom ihre Umsatzerlöse auf 906,9 (823,3) Mill. ? gesteigert hat. Die Datenkommunikation und das Internet steuerten nach TA-Angaben 157,8 (151,5) bzw. 56,3 (39,2) Mill. ? zum Umsatz bei. Durch die Konsolidierung wurden 230,2 (229,3) Mill. ? - Innenumsätze und Eliminierungen - ausgeschieden.

Beim Ebitda (exklusive der freigestellten Mitarbeiter) stagnierte das Festnetz im ersten Halbjahr bei einem Beitrag von 419,8 (418,7) Mill. ?. Der Mobilfunkbereich steigerte das Ebitda auf 351,4 (290,3) Mill. ? und der Datenbereich steuerte 27,7 (11,2) Mill. ? zum Ebitda bei. Das Internet verringerte die operativen Verluste auf EBITDA-Basis auf minus 4,0 (minus 14,1) Mill. ?. Trotz der guten Zahlen des Halbjahres und des positiven Ausblicks geben Analysten der Aktie aber begrenztes Potenzial, wegen des bevorstehenden Rückzuges der TI. TI wird in Stufen ihre 29,8 % an der TA verkaufen. Bis Ende 2002 darf die TI bis zu 75 Mill. Aktien platzieren. TA hat insgesamt 500 Mill. Aktien ausgegeben. Beim Kurs werde sich nicht viel ändern bis die Italiener ihr Paket verkauft haben, sagte Breyer. Wenn die Transaktion aber vorbei sei, habe die Aktie Aufwärtspotenzial.

Sundt sagte, es sei offen, wann die TI ihre Aktien verkaufen würde. "Unglücklicherweise ist die derzeitige Börsensituation nicht sehr gut für Telekom-Firmen", sagte Sundt. Auch die Investmentbank Merrill Lynch sieht den im Raum stehenden Verkauf von TA-Aktien durch die Italiener vorerst als Hemmschuh für die Kursentwicklung. Ähnlich äußerte sich auch Schroder Salomon Smith Barney, die ihre Empfehlung "outperform" aber bestätigt hat.

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