Verschuldung soll zurückgeführt werden: France Telecom startet Kapitalerhöhung

Verschuldung soll zurückgeführt werden
France Telecom startet Kapitalerhöhung

Die hoch verschuldete France Telecom hat am Montag ihre lang erwartete milliardenschwere Kapitalerhöhung begonnen. Damit endete eine lange Phase der Unsicherheit für den früheren Staatskonzern.

Reuters PARIS. Die Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 15 Mrd. ? werde die Zinsaufwendungen des Unternehmens in diesem Jahr um 500 Mill. ? und im kommenden Jahr um bis zu 800 Mill. ? verringern, teilte Finanzchef Michel Combes in Paris mit. Die Kapitalerhöhung wird zu mehr als der Hälfte vom Hauptaktionär des Unternehmens, dem französischen Staat, bestritten und den Angaben zufolge zum Preis von 14,50 ? je Aktie vorgenommen. Damit werden die Aktien um 28 % billiger ausgegeben, als sie am Freitag zu Handelsschluss gekostet hatten.

Die Entscheidung ist Teil eines umfangreichen Resturkturierungsprogramms, mit dem der im vergangenen Jahr angetretene France-Telecom-Chef Thierry Breton den Konzern aus seinem Finanzloch holen will. "Ich will, dass France Telecom so schnell wie möglich ein ganz normales Unternehmen wird", sagte Breton während einer Pressekonferenz in Paris. Außer der Zinsersparnis kündigte sein Finanzchef weitere Steuereinsparungen von 500 Mill. ? durch organisatorische Veränderungen bei der Mobilfunksparte Orange an.

Nach der Ankündigung der Kapitalerhöhung legte der Aktienkurs im Laufe des Vormittags gegen den Markttrend zu und notierte gegen Mittag um mehr als 1,3 % höher bei 20,50 ?. Im Verlauf drehten France Telecom aber deutlich ins Minus. Die Entscheidung war den Investoren im Hinblick auf den Zeitpunkt entgegengekommen. Angesichts des Irak-Krieges und eines dadurch erschwerten Umfelds hatten sie sich eine baldige Kapitalerhöhung gewünscht.

"Die Investoren, die mit France Telecom vertraut sind, die über den Vorgang Bescheid wussten, wollten sie jetzt", sagte der Chef des Restrukturierungsprogrammes des Konzerns, Frank Dangeard, bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Nun habe die Unsicherheit der vergangenen Wochen ein Ende, sagte ein Telekommunikationsanalyst und setzte hinzu: "Wir erwarten weiterhin, dass (die Firma) ihre Konkurrenten übertrifft."

Da die Erhöhung in diesem Umfang erwartet worden sei, werde das niedrige Rating des Unternehmens deswegen aber nicht verändert, hieß es bei der Rating-Agentur Moody's. Die Kreditwürdigkeit von France Telecom ist von allen drei großen Rating-Agenturen auf dem niedrigstmöglichen Stand eingestuft. Bis 2005 strebe man aber eine Verbesserung bis zur Kategorie "A" an, kündigte Breton an.

Der Telekom-Konzern hatte im Zuge seiner Expansionsstrategie Ende der 90er Jahre einen Schuldenberg von rund 70 Mrd. ? angehäuft und war damit an den Rand einer Insolvenz geraten. Anfang des Monats hatte der Konzern für das vergangene Jahr auf Grund hoher Abschreibungen unter anderem im Zusammenhang mit ihrem Engagement bei der deutschen MobilCom einen Verlust von 20,7 Mrd. ? ausgewiesen.

Mehr als die Hälfte der Kapitalerhöhung wird den Angaben zufolge vom französischen Staat bestritten, der 56 % an dem Telekom-Konzern hält. Er werde Aktien im Wert von neun Mrd. ? zeichnen. Die verbleibenden sechs Mrd. ? seien durch ein Konsortium aus 21 Banken - darunter auch die Deutsche Bank - garantiert, teilte der Konzern mit. Die Kapitalerhöhung werde voraussichtlich bis zur dritten Aprilwoche abgeschlossen sein.

France Telecom will den Angaben zufolge für jede Aktie, die zu Handelsschluss am (heutigen) Montag gehalten wird, einen Bezugsrechtsschein ausgeben. Für 20 Bezugsrechtsscheine erhalten die Aktionäre das Recht, 19 neue Aktien zum Preis von jeweils 14,50 ? zu kaufen. Aktionäre können ihr Bezugsrecht in der Zeit vom 25. März bis 4. April ausüben. Die Banken hätten von einer Nachfrage im Wert von mehr als 30 Mrd. ? berichtet.

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