Verschwendungsvorwurf
Boeing gerät bei US-Militärauftrag unter Druck

Boeing gerät beim Leasingauftrag für das US-Verteidigungsministerium unter Druck. Mehrere unabhängige Gruppierungen haben US-Zeitungsberichten zufolge an wichtige US-Kongressmitglieder einen Brief geschrieben, in dem sie den Auftrag über rund 16 Mrd. $ als "Verschwendung von Steuergeldern" kritisieren.

vwd CHICAGO. Zu den sieben Unterzeichnern des Briefes gehören konservative wie liberale Steuer- und Verbraucherverbände, berichtet u.a. die "New York Times" in ihrer Dienstagausgabe. Der US-Kongress muss in den kommenden Wochen über den Auftrag an den Flugzeughersteller entscheiden.

Vorgesehen ist dabei, dass die US-Luftwaffe mehr als 100 Flugzeuge vom Typ Boeing 767 zur Luftbetankung von Militärmaschinen least. Die Konstruktion des Auftrages ist der Zeitung zufolge ungewöhnlich, da die Streitkräfte normalerweise ihre zentralen Ausrüstungsgegenstände nicht leasen, sondern kaufen.

Unabhängig davon hat sich Boeing bereits am Montag in einem offenen Brief für unfaire Praktiken bei der Erlangung eines Rüstungsauftrages über 1,88 Mrd.$ im Jahr 1999 entschuldigt. Der offene Brief von Chairman und Chef Phil Condit war als ganzseitige Anzeige in überregionalen US-Zeitungen geschaltet worden. Condit distanzierte sich von dem Verhalten der betroffenen Mitarbeiter. Er wollte den Vorfall als Einzelfall verstanden wissen, der keinerlei Rückschlüsse auf Boeing als Ganzes zulasse.

Bei dem betroffenen Auftrag handelt es sich um den Raketenantrieb für verschiedene Spionage-, Kommunikations- und andere Satelliten unter dem sogenannten "Evolved Expendable Launch Vehicle Program". Boeing nutzte eigenen Angaben zufolge geheime Unterlagen des Konkurrenten Lockheed Martin die ein von dort abgeworbener Mitarbeiter zur Verfügung stellte.

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