Verschwörung zum Betrug, Diebstahl und Unternehmskorruption
Erneut schwere Vorwürfe gegen Ex-Tyco-Chef

Der New Yorker Staatsanwalt und die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC wollen weitere straf- und zivilrechtliche Klagen gegen L. Dennis Kozlowski, den ehemaligen Chef des Mischkonzerns Tyco International, sowie gegen zwei weitere Ex- Tyco-Manager einreichen. Tyco plane ebenfalls eine Klage gegen Kozlowski. Dies berichtete die "New York Times" am Donnerstag.

HB NEW YORK. Tyco will Kozlowskis Bezüge und sonstige Leistungen rückwirkend bis 1997 zurück haben, die sich auf mindestens 250 Mill. Dollar (256 Mio Euro) belaufen. Das Unternehmen will auch alle Abstandszahlungen streichen. Tyco gab nach Darstellung der Zeitung keine Stellungnahme ab.

Der New Yorker Staatsanwalt Robert M. Morgenthau wolle auch den Ex-Tyco-Finanzchef Mark H. Swartz und den früheren Firmenanwalt Mark A. Belnick verklagen. Die Anklage gegen die drei Männer laute auf Verschwörung zum Betrug, Diebstahl und Unternehmskorruption, schrieb die Zeitung. Die SEC wolle die Männer wegen Wertpapierbetrugs anklagen und Millionen-Strafen fordern.

Kozlowski sieht sich bereits einer 14 Punkte umfassenden Klage gegenüber. Er soll beim Kauf von sechs Gemälden mehr als eine Million Dollar Steuern des Bundesstaates New York umgangen haben.

Tyco hat Belnick bereits verklagt und verlangt die sofortige Rückzahlung eines zinslosen Kredits und anderer Gelder. Ein Anwalt Belnicks hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. Tyco wolle Swartz ebenfalls verklagen. Swartz hatte bereits einer Minderung seiner Abstandszahlung von 100 Mill. Dollar auf neun Mill. Dollar zugestimmt.

Kowzlowski hatte seit 1975 für Tyco gearbeitet. Er habe hunderte von Mill. Dollar an Gehältern und Aktienoptionen erhalten. Er habe zusätzliche Mill. an zinslosen Krediten bekommen, die später erlassen wurden. So sei ein 1500 Quadratmeter großes Haus in Boca Raton in Florida mit einem zinslosen Tyco-Kredit in Höhe von 19 Mill. Dollar bezahlt worden. Kozlowski habe von Tyco zusätzlich 13 Mill. Dollar erhalten, um die Einkommensteuer auf den erlassenen Kredit zu bezahlen.

Die Tyco-Aktien sind in diesem Jahr um 70 % auf 17,80 Dollar gefallen. Der ehemalige Motorola-Präsident und neue Tyco-Chef Edward D. Breen, ein in der Wall Street geschätzter Unternehmer, will das durch undurchsichtige Finanzen in Verruf geratene Unternehmen auf Vordermann bringen. Breen hatte Swartz bereits nach einer Woche vor die Tür gesetzt. Er hat gerade den angesehenen Finanzchef des Mischkonzerns United Technologies, David J. FitzPatrick, als neuen Tyco-Finanzchef eingestellt.

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