Versicherer besteht Stresstest der Aufsicht nicht: Axa-Konzern türmt Milliardenlasten auf

Versicherer besteht Stresstest der Aufsicht nicht
Axa-Konzern türmt Milliardenlasten auf

Den Axa-Konzern, Tochter der französischen Axa, hat die Kapitalmarktkrise im vergangenen Jahr schwer getroffen. Aus diesem Grund haben die AxaGesellschaften Axa Lebensversicherung AG, Axa Versicherung AG, Axa Krankenversicherung AG und die Deutsche Ärzteversicherung AG die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgeschriebenen Stresstests nicht bestanden, teilte der Axa-Konzern in einem Aktionärsbrief mit.

ali DÜSSELDORF. Dieser interne Test dient der BaFin als eine Art Frühwarnsystem und prüft, ob ein Versicherer einen weiteren starken Rückgang der Kapitalmärkte aushalten würde. Das Nichtbestehen des Tests bedeutet indes nicht, dass der betroffene Versicherer nicht mehr in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen. "Wir haben bereits der BaFin ein Maßnahmenpaket vorgelegt, mit dessen Hilfe wir die Kriterien der Tests erfüllen wollen", sagte ein Axa-Sprecher auf Anfrage. Konkreter wurde er nicht.

Insgesamt hat der Konzern nach eigenen Angaben Abschreibungen von 208 Mill. Euro vorgenommen. Die Axa hat zudem stark von den neuen Abschreiberegeln gemäß § 341b HGB Gebrauch gemacht und Abschreibungen in Höhe von 2,1 Mrd. Euro vermieden. Dem stehen laut Axa nicht näher erläuterte stille Reserven bei den übrigen Kapitalanlagen von 2,8 Mrd. Euro gegenüber.

Der Axa-Vorstand begründete das Aufschieben von Abschreibungen mit der noch offenen Steuerfrage: Denn bislang ist nicht klar, ob Versicherer Abschreibungen auf Fondsanteile steuerlich absetzen können oder nicht (Handelsblatt vom 2. April). Die Gesetze lassen hier Interpretationsspielräume. Sollten Abschreibungen nicht absetzbar sein, würde darauf noch einmal Steueraufwand anfallen.

Wegen der Probleme bei den Kapitalanlagen sank das Ergebnis im Konzern auf 4 Mill. Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern noch ein Ergebnis von 73 Mill. Euro erzielt. Die Konzerneinnahmen sanken leicht auf 6,55 Mrd. Euro. Grund für den Rückgang ist unter anderem die Abgabe des Großindustriegeschäfts an die französische Mutter. Positiv zu vermerken sind die Fortschritte im Schaden-Unfall-Geschäft: Hier sank die Schaden-Kosten-Quote trotz Belastungen aus den Flutschäden von 92 Mill. Euro auf 106,8 % (Vorjahr: 118 %). Wachstumsträger des Konzerns war der Krankenversicherer mit einem Prämienplus von 13,2 %.

Für das laufende Jahr rechnet die Axa mit einem Rückgang der Gesamteinnahmen, da sie ihre Tochter in Österreich verkauft hat. Im Gegenzug wird der Gewinn aus diesem Geschäft das Jahresergebnis 2003 beleben. Außerdem wird eine weitere Verbesserung der Schaden-Kosten-Quote angestrebt.

Quelle: Handelsblatt

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