Versicherer gesucht
Kurskosmetik an Europas Börsen

Die europäischen Börsen haben mit der Ausnahme Wiens deutlich fester geschlossen. Günstige Bewertungen lockten nach Händlerangaben vermehrt Schnäppchenjäger an die Märkte.

Reuters FRANKFURT. Der DJ STOXX50 kletterte 3,72 Prozent auf 3059,48 Zähler. Beobachtet wurde auch Kurskosmetik vor dem Quartalsende. Gesucht waren vor allem Versicherungen. Die ganze Branche erhielt Auftrieb aus London, wo die britischen Versicherer CGNU und Prudential Kursgewinne im Bereich von sieben Prozent verzeichneten.

Die britische Versicherungsaufsicht hatte bestimmte Vorschriften über Eigenmittelreserven gelockert. Die Titel der französischen Versicherers Axa stiegen rund acht Prozent und die niederländischen ING legten ebenfalls kräftig zu.

In der Gunst der Anleger standen auch Technologiewerte. Nokia verbesserten sich um über fünf Prozent. Die freundliche Eröffnung der Wall Street verbesserte die Stimmung zusätzlich. Meldungen über Fehlbuchungen bei dem US-Bürogerätehersteller Xerox wurden vom Markt ignoriert.

Xerox hatte bereits kürzlich im Zusammenhang mit Verbuchungsfragen eine Geldbusse erhalten und die Aktie war bereits eingebrochen

LONDON - An der Börse London stieg der FTSE-100-Index 2,55 Prozent auf 4656,4 Zähler. Im Fokus der Anleger standen Versicherer. Händler erklärten, die Bekanntgabe über Erleichterungen in den regulatorischen Anforderungen an die Solvenz britischer Versicherer habe diesen zu kräftigen Kursgewinnen verholfen. CGNU schnellten über sieben Prozent in die Höhe. Prudential verbesserten sich um knapp sieben Prozent.

Zudem erscheine der Markt auf dem gegenwärtigen Niveau als überverkauft. Dies habe Anleger zu vermehrten Käufen veranlasst, hiess von Händlerseite. Im Fokus standen auch die Titel des Rohstoffwertes Anglo American, die beinahe fünf Prozent vorrückten. Zuvor hatte sich eine Investmentbank positiv über deren jüngste Beteiligungspolitik geäussert.

ZÜRICH-Die Schweizer Aktien setzten im Einklang mit den internationalen Märkten die Erholung fort und schlossen markant fester. Händler führten die Kursavancen auf eine anhaltende technische Erholung nach den Tiefs am Mittwochmorgen zurück. "Die Erholung ist eine normale Gegenreaktion", sagte ein Händler. Unterstützend sei das Semesterende hinzugekommen. "Die Kurse wurden aufs Halbjahr hochgepflegt", so ein Marktteilnehmer.

Der SMI schloss 4,58 Prozent höher auf 5979,7 Zählern. Im Wochenvergleich gewann der Standartwerteindex fast 200 Zähler hinzu. Zugpferde waren vor allem die Finanzwerte, die zuvor grosse Einbussen hinnehmen mussten. CS Group führte mit einem Plus von 7,4 Prozent die SMI-Titel an. Dahiner folgten Zurich, Baloise, UBS und Swiss Re.

PARIS - Die Pariser Börse hat nach einem Schlussspurt unter Führung der zehn Prozent höheren Vivendi-Aktie zum Quartalsende deutlich fester geschlossen. Gesucht waren auch die Versicherungen wie etwa AXA , die knapp acht Prozent fester aus dem Markt gingen.

Einen kräftigen Kursabschlag mussten dagegen Cap Gemini hinnehmen, die sechs Prozent schwächer schlossen. Der CAC-40 Index schloss mit einem Gewinn von 4,15 Prozent auf 3897,99 Zähler. Händler erklärten, es sei ein ermutigendes Zeichen, dass sich der Index über der Marke von 3800 Punkten gehalten habe.

FRANKFURT - Der deutsche DAX-Index notierte im späten Geschäft 2,6 Prozent fester auf 4369 Zählern. Allerdings warnten Analysten von verfrühtem Optimismus. Nach den jüngsten Bilanzierungsunregelmässigkeiten grosser US-Firmen dürfte den deutschen Aktienmärkten auch in der nächsten Woche wieder ein volatiler Handelsverlauf bevorstehen.

Kräftige Kursgewinne bei den zuletzt schwachen Technologie- und Versicherungswerten trieben die Erholung der deutschen Aktienmärkte nach dem WorldCom-Bilanzskandal weiter voran. Allianz und Müncher Rück kletterten zwischen 5,7 und 4,2 Prozent. Infineon stiegen 2,3 Prozent.

BENELUX - Die Börsen Amsterdam und Brüssel schlossen deutlich in der Gewinnzone. Der AEX-Index kletterte rund fünf Prozent auf 439,66 Zähler und der Brüsseler Bel20-Index legte knapp drei Prozent auf 2535,74 Punkte zu. Den Anstieg führten auch hier eine Reihe von Technologiewerten an. So schlossen wie bereits zum Vortag ASML und Philips mit plus 7,37 und 6,76 Prozent deutlich im Gewinnbereich.

Einer der wenigen Titel im Minus waren Hagemeyer , die nach einer überraschenden Prognosenrücknahme für das Erste Halbjahr über elf Prozent absackten. In Brüssel zogen die Finanzwerte weiter an. Fortis gewannen 6,33 Prozent, Aegon stiegen 6,4 Prozent zu. Fester schlossen auch Dexia und Delhaize.

MAILAND - In Mailand gewann der Mib30-Index 3,11 Prozent auf 27.856 Punkte. Im Mittelpunkt des Börsengeschehens standen einmal mehr Fiat. Händler verwiesen dabei auf die Ernennung von Gabriele Galateri zum neuen CEO. Fiat gaben allerdings frühe kräftige Gewinne teilweise wieder preis und schlossen ein Prozent im Plus.

Unter den übrigen Standardwerten waren Mediobanca gesucht, die über ein Prozent stiegen. STMicroelectronics gewannen rund 0,4 Prozent, Telecom Italia rückten 0,7 Prozent vor.

MADRID - Der IBEX-35-Index legten 3,24 Prozent auf 6913 Punkte zu. Die Erholung erfolgte auf breiter Front. Telefonica gewannen beinahe vier Prozent, Telefonica Moviles kletterten rund sieben Prozent, Terra Lycos verbesserten sich um 7,5 Prozent. Bei den Finanzwerten machten Santander Central Hispano 3,6 Prozent an Boden gut, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria legten rund drei Prozent zu.

Die Liste der prozentualen Gewinner führten jedoch die Titel des Biotechnologie-Unternehmens Puleva Biotech an, die über 20 Prozent in die Höhe schnellten, nachdem das Unternehmen einen internationalen Patentantrag für sieben neue Medikamentse bekannt gegeben hatte.

SKANDINAVIEN - Technologiewerte und Telekomaktien waren an den auf breiter Front festeren skandinavischen Börsen am meisten gesucht. Fester tendierten auch Finanzwerte wie etwa Skandia. Auch Den Norske Bank zogen an. Der Stoxx Nordic Index legte knapp 2,9 Prozent zu.

Händler erklärten, möglicherweise etabliere sich ein nach oben weisender Trend, da eine ganze Reihe von Titeln nun als vernünftig bewertet gelten dürften. Ericsson legten drei Prozent zu. Bei dem Telekomwerten stiegen Sonera sechs Prozent. TDC verbesserten sich 4,5 Prozent.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt war gegen den Trend schwächer. Der ATX-Index ermässigte sich um 0,2 Prozent auf 1243,07 Punkte. Unter Druck standen Telekom Austria, die rund ein Prozent verloren. Unter deutlichen Abgaben litten RHI. Der Wert büsste über drei Prozent ein. Für Auftrieb sorgten dagegen Erste Bank, die 0,5 Prozent zulegten.

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