Versicherer
Kommentar: Börsenbaisse setzt Branche unter Druck

Rekordschäden durch die Terrorattacken vom 11. September, Milliardenzahlungen für Asbestopfer und jüngst die Kosten der Flutkatastrophe - die Versicherungswirtschaft muss einiges verdauen.

Doch die Dauerbaisse an den Kapitalmärkten stellt all diese Belastungsfaktoren in den Schatten. Denn die Kursverluste zehren an der Kapitalbasis der Versicherer. Um dem gegenzusteuern, versuchen derzeit namhafte Anbieter wie Zurich Financial Services, trotz des niedrigen Kursniveaus Kapital aufzunehmen.

Versicherer benötigen Kapital, um ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können. Bei langfristigen Pflichten wie bei einem Lebensversicherungsvertrag können die Versicherer entsprechend mit langfristigem Horizont ihr Kapital managen.

Das Problem: Jedes Jahr, bei jedem Bilanzstichtag, müssen die Versicherer ihren Kunden den Garantiezins plus Gewinnanteile gutschreiben. Darüber hinaus müssen sie in der Bilanz darstellen, dass den bereits getätigten Gutschriften entsprechende Anlagemittel gegenüberstehen. Diese Stichtagsproblematik setzt die Versicherer zusätzlich unter Druck.

Denn die Verluste aus Aktien drohen die laufenden Erträge aus Rentenanlagen aufzuzehren. Um Schlimmeres zu vermeiden, verkaufen viele Aktienpakete. Viele Gesellschaften haben zudem noch nicht getätigte Abschreibungen aus dem Vorjahr in den Büchern. Sollten sie dazu gedrängt werden, diese Verluste dieses Jahr abzuschreiben, kann es für einige Häuser eng werden. Dann droht eine noch weiter verschärfte Abwärtsspirale an den Märkten. Dies kann niemand wollen. Daher sollte schnell eine Einigung erzielt werden, dass Versicherer die nicht gemachten Abschreibungen über den nächsten Bilanzstichtag fortführen können. Dies wird den Börsen keine Flügel verleihen, aber es kann Schlimmeres verhindern.

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