Versicherer legten zu
Dax dreht noch ins Plus

Kursgewinne bei den Technologie- und Versicherertiteln haben den Deutschen Aktienindex Dax am Montag angetrieben.

HB/dpa/vwd FRANKFURT. Das Börsenbarometer stieg bis Handelsschluss um 0,83 Prozent auf 3218,36 Punkte. Der MDaxus 70 mittelgroßen Werten verlor dagegen 0,03 Prozent auf 3106,05 Zähler. Am Neuen Markt zog der Nemax 50 um 0,24 Prozent auf 427,78 Punkte an.

Am Nachmittag war der Dax zeitweise unter Druck gekommen und unter diese psychologisch wichtige Marke gerutscht. Händler sprachen unter dem Strich von einem impulslosen Handel und ausgesprochen "dünnen" Umsätzen angesichts fehlender Nachrichten.

Händler begrüßen neue Aktiensteuer

Eines der wenigen marktbewegenden Themen war die Absicht der Bundesregierung, ihre ursprünglichen Pläne für die Besteuerung von Kursgewinnen aufzugeben und statt dessen Aktienkursgewinne künftig pauschal mit 15 Prozent zu besteuern. Dies begrüßten Händler. "Darauf kann sich jeder einstellen, und damit kann jeder leben", sagte ein Marktbeobachter. Möglicherweise werde es durch eine solche Regelung auch weniger Steuerhinterzieher geben. Besonders die Versicherer dürften auch in den kommenden Sitzungen hiervon profitieren, lautete die Prognose eines Händlers.

Positiv wirkten sich am Markt die optimistischeren Einschätzungen der Analysten von Merrill Lynch für den europäischen Telekommunikationssektor aus. Die neue Einstufung für den Sektor lautet "Overweight" nach zuvor "Neutral". Deutsche Telekom gewannen im Zuge dessen 2,9 Prozent auf 11,91 Euro.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten blieben dagegen Mangelware. Zu den Unternehmen im Blickpunkt zählte Bayer. Sollten Berichte zutreffen, denen zufolge der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline für die Pharmasparte der Leverkusener bieten will, wäre das eine sehr gute Nachricht für Bayer, sagten Händler. Die britische Zeitung "The Independent" hatte am Sonntag berichtet, Glaxo sei an der Sparte interessiert; der Preis könne bei acht Mrd Euro liegen. Ein Bayer-Sprecher hatte es abgelehnt, die Berichte zu kommentieren. Analysten bezweifelten teilweise den Bericht. Bayer legten dennoch um 4,1 Prozent auf 23,25 Euro zu.

Bei den Industriewerten erholten sich Linde etwas vom Kursrutsch in der vergangenen Woche und verteuerten sich um vier Prozent auf 36,62 Euro. MAN legten um 4,7 Prozent auf 13,02 Euro zu, was ein Händler mit den am Dienstag anstehenden Zahlen begründet. "Die Anleger setzen offenbar auf gute Nachrichten." Möglicherweise hofften Anleger auch auf eine Fusion oder darauf, dass MAN sich in der nächsten Zeit von Geschäftsbereichen trenne, hieß es weiter. Deutsche Post verbesserten sich um 3,7 Prozent auf 11,37 Euro, wofür Händler charttechnische Gründe anführten.

Auch Versicherer kamen etwas von höheren Gewinnen zurück: Allianz rückten um 1,7 Prozent auf 104,75 Euro vor, Münchener Rück legten sogar um fünf Prozent auf 137,50 Euro zu. Auch hier half eine positive Analystenstimme: Die Deutsche Bank hatte die Bewertung der Münchener Rück auf "Hold" von "Sell" angehoben. Gleichzeitig wurde das Kursziel auf 138 von 121 Euro angehoben. "Die Versicherer können mit den Steuerplänen der Bundesregierung leben", lautete eine weitere Begründung eines Händlers für die Aufschläge, insbesondere mit Blick auf die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen von Aktien, Wertpapieren und Immobilien.

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