Versicherer profitieren von Swiss-Re-Ausblick
Finanzitel und US-Vorgaben beflügeln Dax

Beflügelt durch Kursgewinne der Finanzwerte und anziehende Kurse an der Wall Street haben die deutschen Standardwerte am Mittwoch deutlich zugelegt.

HB/rtr FRANKFURT. Während die Erholung der Banken eine technische Reaktion auf die jüngsten Verluste im Zusammenhang mit der Finanzkrise der Kirch-Gruppe sei, profitierten die Versicherer von einem freundlichen Ausblick des Schweizer Konkurrenten Swiss Re, hieß es. Am Neuen Markt verbuchten die Titel von MobilCom einen Kurssprung.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg bis zum Nachmittag um 1,71 Prozent auf 5259 Zähler, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 0,41 Prozent auf 959 Punkte anzog. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,36 Prozent im Plus bei 4477 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 1,08 Prozent auf 3610 Zähler an. An der Wall Street tendierte der Dow Jones 1,06 Prozent fester bei 10.317 Stellen, der technologielastige Nasdaq-Index stieg um 1,33 Prozent auf 1766 Punkte.

Die derzeit beobachtete Kurserholung sei nicht nachhaltig, sagte ein Händler. Das Geschäft werde weitgehend von technischen Faktoren bestimmt. Außerdem belaste die anhaltende Gewalt im Nahen Osten die Stimmung, ergänzte ein anderer Börsianer.

Die Aktien der Index-Schwergewichte Allianz und Münchener Rück verteuerten sich um 3,25 Prozent auf 278,90 Euro beziehungsweise um 3,32 Prozent auf 293,43 Euro. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax stieg um 2,98 Prozent. Der Verlust von Swiss Re sei geringer ausgefallen als erwartet, sagte der Händler Oliver Hauer von M.M. Warburg. Unterstützend für die deutschen Versicherer sei zudem der optimistische Ausblick. Swiss Re hatte am Morgen für 2001 einen Verlust von 165 Millionen Franken bekannt gegeben und frühere Prognosen bekräftigt, wonach 2002 mit einem deutlichen Ergebnisanstieg zu rechnen sei. Die Swiss-Re-Titel stiegen daraufhin um knapp drei Prozent.

Unter den Banken waren die Papiere der HypoVereinsbank mit einem Plus von 4,7 Prozent auf 39,89 Euro die größten Gewinner. Neben der Kirch-Krise hatte das Papier jüngst auch unter dem BGH-Urteil zum Widerspruchsrecht bei an der Haustür vermittelten Immobiliengeschäften gelitten. "Es ist nicht mit einer Kündigungswelle derartiger Geschäfte zu rechnen", sagte ein Börsianer. Weitere Verkäufe seien daher nicht gerechtfertigt, ergänzte ein Kollege. Der Branchenindex für die Banken im Dax stieg um 2,55 Prozent.

Nach einer schwachen Eröffnung haben die Aktien von DaimlerChrysler parallel zu den gestiegenen Kursen der Wall Street ins Plus gedreht und tendierten am Nachmittag um 1,84 Prozent fester bei 51,01 Euro. Mit Blick auf die anfänglichen Verluste sagten Börsianer, der auf der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin gegebene konservative Ausblick habe die Titel belastet. Außerdem hatten Daimler-Aktionäre angesichts der Milliardenverluste die Übername des US-Autobauers Chrysler sowie den Einstieg bei Mitsubishi und Hyundai erneut als Fehler bezeichnet und den Verkauf von Chrysler gefordert.

Am Neuen Markt verteuerten sich die Aktien von MobilCom um 13,04 Prozent auf 15,26 Euro. Zuvor war aus Bankenkreisen bekannt geworden, das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) werde bei der angestrebten Übernahme von MobilCom-Anteilen durch eine Bankengruppe ein komplettes Übernahmeangebot an alle Aktionäre verlangen.

Im MDax setzten die Papiere von Wedeco ihre rasante Talfahrt fort und verbilligten sich um elf Prozent auf 24,03 Euro. "Der Ausblick war mehr als schlecht", sagte HSBC-Analyst Burkhard Sawazki.

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