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Versicherer prüfen 'Charley'-Schäden - LRP: Gewinnminus möglich

Nach dem zerstörerischen Hurrikan "Charley" in den USA prüfen die führenden Versicherungskonzerne derzeit die Höhe der möglichen finanziellen Belastungen. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück konnte am Montagmorgen die Risiken noch nicht beziffern. "Das müssen wir in Ruhe sondieren", sagte ein Konzernsprecher in München. Erste Angaben seien vielleicht noch am Montag, eventuell aber erst am Dienstag möglich.

dpa-afx MIAMI/FRANKFURT. Nach dem zerstörerischen Hurrikan "Charley" in den USA prüfen die führenden Versicherungskonzerne derzeit die Höhe der möglichen finanziellen Belastungen. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück konnte am Montagmorgen die Risiken noch nicht beziffern. "Das müssen wir in Ruhe sondieren", sagte ein Konzernsprecher in München. Erste Angaben seien vielleicht noch am Montag, eventuell aber erst am Dienstag möglich.

Die Münchener Rück-Aktie verlor am Morgen 1,43 % auf 74,00 ?, während der DAX insgesamt 0,75 % auf 3 619,66 Punkte einbüßte. Am Wochenende hatte "Charley", der schlimmste Sturm seit 1992, in Florida gewütet.

Auch bei der Hannover Rück rechnen die Experten. Ein Frankfurter Analyst meinte, "Charley" könnte die Hannover Rück bis zu 10 % des erwarteten Jahresgewinns von 430 Mill. ? kosten. Der vergleichbare Hurrikan "Andrew" habe 1992 beim Konzern zu Kosten von 60 Mill. ? geführt. Eine Unternehmenssprecherin sagte, erste Schätzungen könnten am Montagnachmittag vorliegen.

Die Swiss Re wollte auf Anfrage die Auswirkungen von "Charley" nicht kommentieren. "Falls es notwendig wird, werden wir den Markt informieren", sagte ein Sprecher der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft.

Kürzungen BEI Gewinnschätzungen Möglich

Die Landesbank Rheinland-Pfalz LRP sprach am Montag von einer "großen Prognoseunsicherheit". Die versicherten Schäden dürften sich auf fünf Mrd. bis zehn Mrd. $ belaufen. Am stärksten betroffen sind aus Sicht der LRP die Münchener Rück, die Hannover Rück und der Branchenzweite Swiss Re.

"Kürzungen bei den Gewinnschätzungen für 2004 schließen wir nicht aus", schrieb Analyst Jochen Schmitt am Montag. "Allerdings könnte das Prämienniveau am Rückversicherungsmarkt aufgrund dieser Katastrophe weiter hoch bleiben beziehungsweise in einzelnen Bereichen sogar steigen." Die LRP bewerte die Aktien der drei Rückversicherer weiter mit "Outperformer".

US-Experten: Schäden Könnten Über 20 MRD Dollar Liegen

"Grundsätzlich sind unsere Gewinnschätzungen bei der Hannover Rück und der Münchener Rück insofern mit Vorsicht versehen, da wir angesichts einer möglichen Zunahme von Naturkatastrophen im zweiten Halbjahr unsere Annahmen konservativ gewählt haben", schrieb Schmitt. "Ob allerdings der Hurrikan Charley diesen Puffer nicht bereits mehr als ausreizt, können wir ad hoc zumindest nicht ausschließen." Bei der Swiss Re falle eine erste Einschätzung möglicher Folgen auf die Gewinnsituation 2004 schwer, da die Schweizer noch keinen Halbjahresbericht vorgelegt hätten.

US-Wirtschaftsanalysten erklärten, die Gesamtschäden in Florida könnten sehr wohl mehr als 20 Mrd. $ (rund 16,2 Mrd. ?) betragen. Selten zuvor sei ein Hurrikan mit andauernder Stärke durch ein derart großes Gebiet gerast, zitierte die "New York Times" Karen Clark von AIR Worldwide, einer Bostoner Firma für Schadensschätzung.

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