Versicherer verlieren
Europäische Börsen schwächeln

Europas Börsen haben am Dienstag überwiegend schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index gab 0,77 Prozent auf 3105,79 Punkte nach. Händler erklärten, nach der technisch getriebenen Rally vom Vortag hätten Sorgen über die Entwicklung der Unternehmensgewinne sowie der Krisen im Nahen Osten und auf dem indischen Subkontinent wieder die Oberhand gewonnen.

Reuters FRANKFURT. Die jüngsten, eher positiven Daten zur US-Konjunktur wurden von den Anlegern hingegen kaum beachtet, hiess es. "Wir sind weit weg von einem Punkt, wo wir wieder anfangen, Geld in den Markt zu investieren," sagte ein Analyst. Neben den Bankwerten gehörten Versicherer zu den grössten Verlierern. Münchener Rück gaben nach der Platzierung von 7,6 Millionen Aktien des Rückversicherers durch die Deutsche Bank im Markt um 4,2 Prozent nach.

Die Finanzwerte litten auch unter dem von Lehman Brothers bekannt gegebenen markanten Gewinnrückgang im ersten Quartal. Für etwas Aufhellung sorgten Ölwerte. Händler verwiesen auf die Spannungen in Nahost und die Erwartung weiter steigender Rohölpreise. Einzelhandelswerte profitierten vom Anstieg von Hennes & Mauritz im Vorfeld der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses am Mittwoch.

London

Der FTSE-100-Index der Börse London verlor 1,15 Prozent auf 4702,0 Zähler. Gemäss Händlern trübten Sorgen über die Entwicklung der Unternehmensgewinne dies- und jenseits des Atlantiks die Stimmung und belasteten die Kurse. Auch der erneute Anschlag in Jerusalem trug zur Verunsicherung bei. Unter Druck standen Bank-, Pharma- und Technologiewerte. Abbey National brachen 5,3 Prozent ein und HBOS gaben 3,7 Prozent nach. AstraZeneca verloren 2,2 Prozent. Die Titel des Chip ARM Holdings-Designer ermässigten sich um 2,5 Prozent. Händler sagten, der Technologiesektor wurde von der Rücknahme der Gewinnerwartungen für IBM durch die Investmentbank Morgan Stanley belastet. Für etwas Aufhellung sorgten dagegen British Airways, die nach der Ankündigung von Preissenkungen um 2,4 Prozent stiegen.

Zürich

Die Schweizer Aktien gaben nach der technischen Erholung vom Vortag wieder auf breiter Front nach. Der SMI schloss 1,44 Prozent tiefer mit 6072,2 Punkten. Händler sagten, in einem Börsenumfeld, wie es sich aktuell darstelle, sei mit Finanzwerten grundsätzlich kein Staat zu machen. CS Group sanken 4,1 Prozent. Deutliche Einbussen erlitten auch Julius Bär mit minus 3,8 Prozent. Mehrheitlich in der Verlustzone lagen auch die Versicherer. Die defensiven Schwergewichte Roche, Novartis und Nestle hielten sich mit Abgaben zwischen 0,7 und einem Prozent etwas besser als der Markt.

Paris

An der Börse Paris verlor der CAC-40-Index 0,14 Prozent auf 4004,93 Punkte. Angeführt wurde der Abwärtstrend von den schwer gewichteten Aventis, die 5,2 Prozent einbrachen. Die Ankündigung des Pharmakonzerns, mit der Lancierung von zwei Produkte zu warten und die Genehmigung für ein weiteres Medikament erst im Jahr 2005 beantragen zu wollen, belasteten.

Etwas zulegen konnten einige Technologiewerte. Dassault Systemes kletterten 5,4 Prozent und Cap Gemini zogen 3,8 Prozent an. Gesucht waren auch Vivendi Universal mit plus 1,7 Prozent. Investoren nahmen die jüngste Initiative des Medienkonzerns zum Schuldenabbau positiv auf.

Frankfurt

An der Börse Frankfurt notierte der Dax-Index kurz vor Schluss 1,23 Prozent schwächer bei 4420,20 Zählern. Händler erklärten, Gewinnmitnahmen nach den kräftigen Aufschlägen vom Montag hätten die Kurse gedrückt. Unter Abgaben litten neben Versicherungswerten auch die Titel der Deutschen Post, die die Vortagesverluste weiter ausbauten und 3,9 Prozent nachgaben. Die Titel der Münchener Rück ermässigten sich um 4,2 Prozent. Der Wert litt laut Börsianern unter einer grösseren Aktienplatzierung durch die Deutsche Bank.

Benelux

Die Benelux-Börsen zeigten sich uneinheitlich. Der Amsterdamer AEX-Index legte 0,21 Prozent auf 447,05 Punkte zu, während der Brüsseler Bel20-Index 0,89 Prozent auf 2546,15 Zähler verlor. Laut Händlern fand der Markt im Amsterdam in den Titeln von Indexschwergewicht ABN Amro Unterstützung, die 1,9 Prozent stiegen. ABN Amro profitierten von einer Hochstufung auf "buy" durch die Deutsche Bank. In Brüssel belasteten Abschläge bei KBC den Markt. Die Titel der Bankgruppe ermässigten sich um 2,3 Prozent.

Mailand

An der Börse Mailand schloss der Mib30-Index mit plus 0,05 Prozent auf 28 662 Punkte praktisch unverändert. Für Unterstützung sorgten einige Bank- und Finanzwerte. Mediobanca kletterten 1,6 Prozent, Mediolanum legten 0,4 Prozent zu und Fideuram gewannen ein Prozent. Gesucht waren auch die Papiere des Gas- und Ölkonzerns Eni, die 0,4 Prozent stiegen. Händler verwiesen auf die vom Markt erwarteten Bekanntgabe von Eni, zusammen mit dem deutschen Partner EnBW die Mehrheit an einem süddeutschen Gasverteiler erworben zu haben.

Madrid

Die Börse Madrid profitierte vor allem von einem markanten Anstieg des Ölwerts Repsol-YPF. Der Ibex-35-Index stieg 0,24 Prozent auf 7350,8 Punkte. Repsol legten mit einem Plus von 4,2 Prozent den zweiten Tag in Folge deutlich zu. Händler verwiesen die Nachricht vom Montag, dass Argentinien, wo Repsol stark engagiert ist, die Restriktionen bei Ölexporten aufhebt. Die Titel der Service- und Bau-Gruppe FCC hingegen sackten 3,6 Prozent ab, nachdem Grossinvestor Esther Koplowitz bekannt gab, ein von Vivendi Environnement gehaltenes Paket nicht zurückzukaufen.

Skandinavien

Die skandinavischen Aktienmärkte haben frühe Verluste wett gemacht und etwas freundlicher geschlossen. Der DJ StoxxNordic-Index stieg um 0,27 Prizent auf 277,77 Zähler. Händler sprachen von einem uninspirierten Handel mit Anlegern, die nach neuen Ideen suchten. Dem Technologiebereich zugeordnete Aktien tendierten mehrheitlich schwächer. So gaben Ericsson 0,6 Prozent nach und Nokia büssten 1,5 Prozent ein. Die Aktien der Textilhandelskette Hennes & Mauritz hingegen gewannen vor der Bekanntgabe der Quartalsergebnisses am Mittwoch 3,1 Prozent.

Wien

Der Wiener ATX-Index sank 0,46 Prozent auf 1242,15 Punkte. Schwergewicht Telekom Austria bröckelten weitere 1,9 Prozent ab und deutlich tiefer waren mit minus 5,2 Prozent auch VA Tech. Händler sprachen von einem wenig erfreulichen Chart-Bild bei VA Tech und Gerüchten über einen möglichen Abwertungsbedarf bei einer Beteiligung. Austrian Airlines legten 1,1 Prozent zu. AUA gab für Mai einen Passagierzuwachs bekannt und liegt damit nach den ersten fünf Monaten praktisch auf dem Vorjahresniveau.

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