Versicherer warnen vor staatlichem Zugriff auf Sparkapital
Sozialversicherung will Privatvorsorge anbieten

sm/asr BERLIN. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) denkt darüber nach, wie sie ihre Mitglieder bei der privaten Zusatzvorsorge unterstützen kann. "Das sind Überlegungen, die von den Versicherten an uns herangetragen werden, und über die in unserer Selbstverwaltung geredet wird", erklärte BfA-Präsident Herbert Rische im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) zeigte sich offen für derartige Pläne. "Wenn die BfA den entsprechenden Wunsch äußert, werden wir das natürlich prüfen. Dann kommt es darauf an, dass das Produkt stimmt und ein durchkalkuliertes Konzept vorliegt", sagte Riester dem Handelsblatt.

So weit sind die Überlegungen der BfA nach Angaben Risches allerdings noch nicht gediehen. Ausgangspunkt sei die starke "Nachfrage in den Beratungsstellen der BfA, wo die Versicherten wissen wollen, wie sie Rentenlücken schließen können". Dieser Bedarf könne durch die anstehende Rentenreform noch größer werden. Denkbar sei, dass die BfA ihre Beratungskompetenz in diesem Bereich stärke, gemeinsam mit den zuständigen Bundesämtern ein Gütesiegel für private Vorsorgeformen entwickele, entsprechende Produkte vermittle oder selbst anbiete. Dies hänge aber auch davon ab, ob die private Kredit- und Versicherungswirtschaft den Bedarf der Bürger ausreichend decke. Hier sieht Rische Lücken. So suche er seit Jahren Produkte, mit denen der Rentenabschlag bei Frühverrentung ausgeglichen werden könne. Die Rentenversicherung solle daher "auf diesem Feld nichts blockieren. Aber im Moment können wir nichts tun, weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht gegeben sind", sagte Rische.

Dagegen hält es der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für "grotesk", wenn eine kapitalgedeckte Altersvorsorge dort angesiedelt würde, "wo sie am gefährdetsten ist". Schließlich habe sich die Politik in der Vergangenheit mehrfach der Rentenkassen bedient, um Wahlgeschenke zu finanzieren. "Das wäre so, als wenn man den Hund auf die Wurst aufpassen lassen würde", sagte eine GDV-Sprecherin zum Handelsblatt. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) sieht keine Notwendigkeit, dass ein staatswirtschaftliches Unternehmen in den Altersvorsorge-Markt drängt. Der Wettbewerb zwischen Banken, Investment-Fonds und Versicherungen funktioniere hervorragend. Zudem fehle der BfA das notwendige Know-how.

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