Versicherungen bereiten Sondertarife vor
Privatkassen senken Pflege-Beitrag

Die Privatversicherer haben für Anfang 2003 eine drastische Senkung des Pflegebeitrags angekündigt. Der Vorsitzende des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), Reinhold Schulte, räumte ein, dass auf der anderen Seite die Prämien für die Krankenversicherung steigen werden.

sm BERLIN. Um die Ausweitung der Versicherungspflicht in den gesetzlichen Kassen zu verhindern, wollen die Privatversicherer Sondertarife für Arbeitslose und junge Erwerbstätige anbieten.

Die privaten Pflegebeiträge sinken nach Angaben von Schulte je nach Alter und Tarif des Versicherten um bis zu 20 %. Damit seien die Beiträge seit dem Start der Pflegeversicherung 1996 um rund 40 % gesunken. Gleichzeitig habe die private Pflegeversicherung Altersrückstellungen von 8,6 Mrd. Euro angesammelt.

Dagegen stehe in der gesetzlichen Pflegeversicherung spätestens 2007 eine Anhebung des Beitragssatzes bevor. Nach einem Gutachten von Professor Bernd Hof, das Schulte vorlegte, werde der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung bis 2050 von heute 1,7 % der Löhne auf 3,7 bis 6 % steigen.

Schulte begründete die unterschiedliche Entwicklung mit den in der PKV üblichen Altersrückstellungen. Angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung plädierte er dafür, die kapitalgedeckte Vorsorge ebenso wie in der Rentenversicherung auch in der Kranken- und Pflegeversicherung zu stärken.

Im Streit mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) über die Ausweitung der Versicherungspflicht in den gesetzlichen Kassen (GKV) bot die PKV einen Kompromiss an. Die Privatkassen seien bereit, Mitglieder, die bisher in die GKV wechseln müssten, zu besonders günstigen Tarifen weiter zu versichern, so PKV-Geschäftsführer Volker Leienbach.

Die PKV verliere jährlich 150 000 Versicherte an die gesetzlichen Kassen. Meist handele es sich um Arbeitnehmer, deren Monatsentgelt wegen Arbeitslosigkeit oder Teilzeitbeschäftigung unter die Versicherungspflichtgrenze in der GKV von 3 375 Euro Monatsgehalt falle, sowie um Kinder von Privatversicherten, die ins Erwerbsleben eintreten, erläuterte Leienbach. Die GKV würde durch den PKV-Plan entlastet, da diesem Personenkreis oft schlechte Risiken angehören.

Dagegen will Schmidt die Kassenpflicht für Arbeitnehmer auf 4 500 Euro ausweiten. Über die Problematik werde im Rahmen der Koalitionsverhandlungen gesprochen, sagte eine Sprecherin der Ministerin gestern dem Handelsblatt.

Quelle: Handelsblatt

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