Versicherungen für Sport-Aktivitäten
Sicher im Verein

Viele Hobby-Sportler sind versichert, ohne es zu wissen - über den Mitgliedsbeitrag im Sportverein.

DÜSSELDORF. Der Standardschutz der Sportbünde bietet ein kleines Versicherungspaket, das unter anderem Unfall-, Haftpflicht und Rechtsschutzpolice sowie eine ergänzende Krankenversicherung enthält. Skifahrer können eine solche Vereinspolice über den Deutschen Skiverband abschließen, inklusive Ski-Kasko falls die Bretter vor der Hütte abhandenkommen.

Die Gruppenversicherung kostet pro Mitglied nur einige Euro im Jahr. Ein Allround-Schutz ist für diesen Betrag natürlich nicht zu haben. Eine private Grundversorgung sollte daher jeder haben.

Auch auf Zuschauerversicherungen sollte man sich nicht verlassen. Mit dem Kauf der Eintrittskarte fürs Fußballspiel schließt der Fan beispielsweise eine Unfall- und Rechtsschutzpolice ab. Die Versicherungs- und Deckungssummen solcher Policen sind jedoch recht bescheiden: Sie reichen von 5000 ? im Todesfall bis zu 20 000 ? bei Invalidität. Für den "worst case" genügen diese Beträge sicherlich nicht. Das gilt übrigens auch für die Haftpflichtverträge, mit denen Veranstalter die Teilnehmer von Marathons oder Skate-nights versichern.

Bei Sportunfähigkeitsversicherungen für Profis gelten andere Summen. Schließlich müssen Berufssportler mit Wettkämpfen und Turnieren ihren Lebensunterhalt verdienen. Ein einziger Sturz kann ihre Karriere jäh beenden. So haben die Fußballclubs der ersten Bundesliga ihre Spieler mit insgesamt rund einer Milliarde ? versichert. Die britische Lloyds hat für Einzelspieler sogar Verträge bis zu 45 Millionen ? abgeschlossen.

Auf volles Risiko

Extra Fun kostet extra Geld. Nach diesem Prinzip gehen die Versicherer vor beim Sport. Besondere Risiken, die nur eine Minderheit betreffen, müssen extra versichert werden. Sonst müssten ja auch Nicht-Betroffene mitbezahlen, so das Argument

.

Traditionelle Sportarten wie Fußball oder Handball, Skifahren, Fahrradfahren, Tennis, Gymnastik oder Joggen sind in der privaten Haftpflicht drin. Segelfliegen, Drachenfliegen oder Fallschirmspringen gelten in den meisten Verträgen dagegen bereits als "gefährliche Sportarten" und sind nicht versichert. Bei Rennen übernimmt die Versicherung keine Haftung - egal ob mit Pferd-, Rad-, Auto- oder Motorrad. Auch nicht für das Training. Box- und Ringkämpfe sind der Assekuranz ebenfalls zu unfallträchtig.

Bei neueren Mode-Sportarten fehlen den Versicherern die Erfahrungswerte. Das heißt, sie können das Unfallrisiko nicht genau kalkulieren. Die Gesellschaften reagieren darauf entweder mit einem Beitragszuschlag zum Ausgleich eines erhöhten Risikos oder dem Ausschluss von Schäden, die durch die Ausübung solcher Sportarten entstehen können. Das ist beispielsweise bei Rafting, Free-Climbing, Canyoning oder Bungee-Springen der Fall. Auch Abseilaktionen und Höhlenbegehungen sind meist nicht gedeckt.

Wer mit ausgefallenen Aktivitäten in die Saison starten will, sollte auf jeden Fall vorher klären, ob dafür ein Versicherungsschutz besteht. Dabei hilft ein Blick in die Versicherungsbedingungen. Das gilt nicht nur für die Haftpflicht sondern auch für Kranken- und Lebensversicherung sowie Unfall- oder Berufsunfähigkeitspolice.

Gerade bei den privaten Krankenkassen herrscht in dieser Hinsicht ein rauer Ton. Nicht nur die Kostenübernahme für die Heilbehandlung sondern auch das Krankentagegeld und die Entgeltfortzahlungen stehen auf dem Spiel.

Wer seinen Versicherungsschutz nicht riskieren will, sollte mit offenen Karten spielen und es seiner Versicherung vorher melden, wenn er einen gefährlichen Sport beginnt. Verschweigt der Versicherte seine risikoträchtigen Freizeitunternehmungen, wäre das im Versicherungsdeutsch eine "vorvertragliche Anzeigenpflichtverletzung" - wie wenn jemand beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung eine schwere Krankheit "vergisst". Der Versicherer braucht bei einem Schaden dann nicht zu leisten und kann im schlimmsten Fall sogar den Vertrag - mit sämtlichen andere Policen - ganz kündigen.

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