Versicherungen unter den größten Verlierern
Deutsche Aktien im freien Fall

Die Kurse am deutschen Aktienmarkt spiegelten die Bestürzung der Welt über den Terroranschlag auf die USA wider.

rez/pga FRANKFURT/M. Als die Meldungen über die Flugzeugkatastrophe im New Yorker World Trade Center bekannt wurden, brach der Deutsche Aktienindex (Dax) ein. Zum vorzeitigen Handelsschluss gegen 19.15 Uhr lag das Börsenbarometer um 8,5 % im Minus bei 4 273 Zählern, nachdem sich der Dax am Vormittag noch auf breiter Front erholt hatte. Wegen einer Bombendrohung wurde der Handel an der Frankfurter Börse abgebrochen und die Mitarbeiter evakuiert. Auch die Emittenten von Optionsscheinen hatten wegen der Anschläge in de USA am Nachmittag den Handel eingestellt. Die Schließung aller großen Finanzzentren lasse derzeit einen geordneten Handelsablauf nicht zu, sagte Dirk Heß von der Citibank. Am Mittwochmorgen wollen die meisten Häuser über die Wiederaufnahme entscheiden.

"Investoren wollen nur 'raus aus Panik davor, was aus dieser Katastrophe noch entstehen kann", erklärte ein Frankfurter Händler die panikartigen Verkäufe. "Die Märkte, die geöffnet sind, vollziehen das nach, was die USA im Moment nicht handeln können", ergänzte Alfred Kaiser, Analyst vom Brokerhaus Nols. Investoren verkauften bestürzt und in Sorge davor, wie die USA auf diese menschenverachtenden Taten reagieren würden, meint er. "Wann wurden die USA schon einmal derart angegriffen?", fragt Kaiser.

Zu den größten Verlierern gehörten Versicherungsaktien. Münchener Rück brachen um über 15 % ein, Allianz sackten um gut 14 %. Investoren fürchten, dass die Katastrophe fast alle großen Versicherungen teuer zu stehen kommen werde. Auch der Aktienkurs der Lufthansa brach um über 15 % weg. Nachdem der gesamte Luftverkehr in den USA lahm gelegt ist, befürchte man stärkere Folgen für internationale Luftlinien, erklärte ein Händler. Auch die Aktie des Touristik-Konzerns Preussag verlor mit gut 11 % überdurchschnittlich wegen erwarteteter Konsequenzen für die Reisebranche. Hypo-Vereinsbank gaben um knapp 9 % nach. Die Bank ist stark in US-Immobilien investiert.

Im Einklang mit dem in die Höhe springenden Ölpreis sackten die Energiewerte RWE und Eon um 4,3 % beziehungsweise 7,5 % ab. Marktteilnehmer fürchteten, dass Ölförderländer im Nahen Osten in den Konflikt involviert sein könnten, hieß es. Auch die Nebenwerte des M-Dax verloren um 4,4 % auf 4 036 Punkte.

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