Versicherungs-, Pharma- und Tech-Werte fester
Europäische Börsen: In volatilem Handel fester

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag bis zum frühen Nachmittag bei einer nach Händlerangaben "extrem" hoher Volatilität fester tendiert und damit eine sechs-tägige Verlustserie vorerst beendet.

Reuters DÜSSELDORF. Der DJ Stoxx50-Index lag 1,5 Prozent im Plus bei 2 421 Punkten. Am Vortag hatte der Index auf dem tiefsten Stand seit Mai 1997 geschlossen. Händler begründeten die hohe Volatilität mit dem Verfall der Index-Optionen und-Futures. Bei uneinheitlicher Tendenz waren insgesamt Versicherungs-, Pharma- und Techwerte fester. Auch der Telekomsektor notierte überwiegend freundlich. "Es hängt alles von der Volatilität ab. Wenn man sich den Nachrichtenfluss anschaut, gibt es nichts, was wirklich ermutigt," sagte ein Marktbeobachter.

Im Versicherungssektor gehörten die niederländischen Aegon mit plus 3,6 Prozent und die Schweizer Zurich Financials mit plus fünf Prozent zu den Hauptgewinnern. Unter den Pharmawerten legten Shire und Roche je drei Prozent zu. Bei den Technologietiteln ragten die französischen Alcatel mit einem Kursprung von rund elf Prozent hervor. Händler verwiesen dabei auf einen weiteren, gut aufgenommen Restrukturierungsplan. Auch Philips mit plus 5,8 Prozent sowie ASML, welche 5,1 Prozent anzogen, waren gesucht. Die beiden Titel hätten von positiven Kommentaren der Hightechkonzerne Qualcomm und NEC profitiert, hiess es.

LONDON: Die Londoner Börse tendierte im Zuge des September-Verfalls von Futures und Optionen an der LIFFE (London International Financial Futures and Options Exchange) in einem Handel mit einer gemäss Marktteilnehmern selten gesehenen Volatilität deutlich fester. Der FTSE 100-Index stabilisierte sich schliesslich um 1,7 Prozent im Plus bei 3880 Punkten. Einige Titel wie Finanzwert 3i und Softwaretitel Sage schossen zu Beginn gegen 100 und 66 Prozent nach oben, fielen danach aber beinahe wieder auf ihre Startpunkte zurück. Die Titel des Raumfahrtkonzerns Rolls-Royce lagen nach einem Kurssprung in der Eröffnung noch vier Prozent im Plus. Gesucht waren die Erdölwerte. BP gewannen vier Prozent und Shell 2,5 Prozent. Unter den Banken legten Lloyds 3,5 Prozent und Barclays vier Prozent zu.

ZÜRICH: Die Schweizer Aktien erholten sich am Freitag von einem schwachen Start und drehten im Verlauf dank anziehenden Kursen in den Versicherungen kräftig nach oben. Der SMI notierte 1,57 Prozent höher auf 4805,0 Punkten. Händler sagten, Deckungs- und derivate Käufe hätten den arg gebeutelten Versicherungen Auftrieb gegeben. So führten Rentenanstalt mit einem Plus von fast sieben Prozent den Markt vor Zurich und Baloise mit einem Gewinn von fünf Prozent an. Vom anfänglichen Druck der auslaufenden Futures befreit erholten sich die Pharmawerte Roche und Novartis deutlich.

PARIS: An der Börse Paris notierte der CAC-40-Index 0,2 Prozent fester auf 2934 Zähler. Der Index hatte am Vortag auf einem Vierjahrestief geschlossen. Aufgrund des Options-Verfalltages sei der Handel volatil. Einen Kurssprung von rund elf Prozent verzeichnete der Telekomausrüster Alcatel und konnte damit einen Teil seiner Vortagesverluste wettmachen, wobei Händler auf einen weiteren, gut aufgenommen, Restrukturierungsplan verwiesen. Mit einem Plus von 6,6 Prozent auf der Gewinnerseite waren nach Vorlage eines Halbjahresgewinns auch die Titel des Werbeunternehmens Havas. Finanzwert Dexia stieg 2,4 Prozent.

BENELUX: Auch die Benelux-Börsen tendierten fester. Der Amsterdamer AEX-Index lag ein Prozent im Plus auf 314 Zählern, während der Brüsseler Bel20-Index 0,6 Prozent auf 1992 Punkte stieg. Erholen konnten sich insbesondere die Techwerte Philips mit plus 5,8 Prozent sowie ASML, welche 5,1 Prozent anzogen. Die beiden Titel hätten von positiven Kommentaren der Hightechkonzerne Qualcomm und NEC profitiert. Die Aktie des Stahlerzeugers Corus stieg nach einer Empfehlung durch Goldman Sachs drei Prozent.

MAILAND: Der Mib30-Index der Mailänder Börse lag 0,8 Prozent im Plus bei 23.276 Punkten. Die Börse habe sich nach einer sechstägigen Verlustserie am Verfallstag bei hohen Volumen etwas erholen können. Gesucht waren Banca Nazionale del Lavoro (BNL) mit plus zwei Prozent , während Monte dei Paschi di Siena ins Minus drehten. Händler verwiesen auf einen bevorstehenden Fusionsplan der beiden Banken. Gewinner waren Versorger Snam Rete Gas, Autobauer Fiat und Versicherer Foniaria.

MADRID: Die spanischen Aktien tendierten uneinheitlich. Der Ibex-35 notierte gehalten bei 5819 Punkten. Im Zentrum lägen der Verfall von Optionen und die Entwicklung um Irak, sagten Händler. Die Titel des Telekomriesen Telefonica sowie die der Versoger Endesa, Iberdrola und Union Fenosa konnten sich zeitweise erholen. Die Bankwerte tendierten schwächer.

SKANDINAVIEN: Die skandinavischen Börsen tendierten fester. Der Stoxx Nordic Index stieg 0,5 Prozent auf 223 Zähler. Die Anleger hätten nach Titel Ausschau gehalten, die ausverkauft gewesen seien. Ericsson zogen drei Prozent an. Nokia lagen ein Prozent im Plus. Andere Gewinner waren ABB mit plus vier Prozent und Skandia, die zwei Prozent zulegten.

WIEN: Am Wiener Aktienmarkt notierte der ATX-Index 0,7 Prozent leichter bei 1074 Punkten. Das Geschehen sei am Verfallstag, dem "Hexensabbat", noch ruhig. Positiv seien die geringen Volumen. Das bedeute, dass es keinen grossen Druck gebe. Auffällig waren Wienerberger, die 1,7 Prozent anzogen. Unter Druck waren Voestalpine und Erste Bank.

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