Versicherungsgeschäft bringt hohe Einnahmen
Ing Groep: Höhere Messlatte

Diesmal irrte das Kollektiv der Auguren gewaltig: Statt des prognostizierten durchschnittlichen Gewinnrückgangs um zehn Prozent meldete die niederländische ING Groep für das erste Quartal 2002 einen Zuwachs des operativen Nettoergebnisses um 0,4 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro.

DÜSSELDORF. Das Plus des Versicherungs- und Bankenkonzerns brachte vorsichtigen Optimismus. ING-Chef Ewald Kist erwartet für 2002 ein "besseres Betriebsergebnis" als die 2001 erzielten 2,20 Euro je Aktie.

Die Voraussetzungen für ein Höherlegen der Messlatte sind gegeben. Denn der nach Börsenkapitalisierung (54 Milliarden Euro) zweitgrößte europäische Finanzdienstleister stützt sich auf ein boomendes Versicherungsgeschäft. Rund 84 Prozent der 2001er-Gesamteinnahmen von 74,4 Milliarden Euro erzielte ING mit Schadens- und Unfall-, vor allem aber mit Lebensversicherungen. Mit dem Kauf von Reliastar Financial und dem Lebensversicherungsgeschäft von Aetna Inc. schafften die Niederländer den Sprung an die zweite Stelle der US-Lebensversicherer. Ebenfalls auf dem zweiten Platz der Versicherungsliga steht ING in Asien. In Südamerika halten die Amsterdamer den ersten Platz - was ein gewisses Risiko birgt. Die Terroranschläge kosteten ING 600 Millionen Euro. Doch die Assekuranz-Konsolidierung dürfte sich künftig in überproportionalen Gewinnzuwächsen niederschlagen. Im ersten Quartal 2002 kletterte der Betriebsgewinn der Versicherungssparte um fast 16 Prozent.

Noch unerfreulich dagegen ist das Bankgeschäft. Es fuhr im ersten Quartal einen Gewinnrückgang von 22 Prozent auf 349 Millionen Euro ein. Die Risikovorsorge belief sich auf 300 Millionen Euro. Die endgültige Wende im Bankbereich hängt für den in 65 Ländern vertretenen Finanzdienstleister an der weltweiten Konjunktur und an einer besseren Stimmung der Finanzmärkte. Der von ING-Chef Kist längerfristig angepeilte Gewinnzuwachs um zwölf Prozent jährlich dürfte 2002 nicht ganz erreicht werden. Ein Gewinn je Aktie von 2,40 Euro für 2002 und 2,70 Euro 2003 erscheint nicht utopisch. Das ergäbe einen fairen Aktienwert von 40 Euro.

Quelle: Wirtschaftswoche

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%