Versicherungskonzern plant große Bondemission – Moody’s befürchtet schlechtere Ertragslage
Getrübter Ausblick für neue Allianz-Anleihe

Der Kurs der Allianz-Aktie, ehemals als stabiles Investment gepriesen, ging zuletzt auf und ab wie ein Hightech-Papier. Die Analysten sind über die Aussichten uneins. Jetzt steht die Platzierung einer Milliarden-Anleihe an. Da kommt die Absenkung des Ausblicks durch die Ratingagentur Moody?s ungelegen.

cbu MÜNCHEN. Werbung in schwierigen Zeiten: Ab Samstag startet die Allianz eine breit angelegte Kampagne. In Fernsehspots und Anzeigen will der Versicherer mit dem Begriff "Vertrauen" um Kunden werben. "Es werden Menschen gezeigt, denen vertraut wird, weil sie Versprechen halten, Erwartungen erfüllen und Verlässlichkeit beweisen", teilte die Allianz mit.

Einen dicken Vertrauensvorschuss von den Anlegern hat in der vergangenen Woche bereits der Allianz-Vorstand unter Konzernchef Henning Schulte-Noelle erhalten.

Zwar präsentierte die Allianz einen Quartalsverlust von rund 2,5 Mrd. Euro. Doch die Aktie des Versicherers ging in die Höhe: Das Papier legte um 8 % auf 105 Euro zu.

Gestern sauste die Allianz-Aktie aber wieder nach unten. Die Rating-Agentur Moody?s hatte den Ausblick für den Münchener Konzern von "stabil" auf "negativ" zurück genommen. Das recht gute Rating bleibt aber vorerst unverändert. Zur Begründung führten die Moody?s-Experten nicht nur den Milliardenverlust des Konzerns an. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden mittelfristig schwierig bleiben und Auswirkungen auf die Ertragslage des Versicherers haben, heißt es weiter. "Die Moody's-Entscheidung trifft die Allianz und den gesamten Versicherungssektor", sagte ein Aktienhändler gestern. S & P hatte bereits vergangene Woche den Ausblick gesenkt, aber mitgeteilt, eine Abstufung des Ratings stehe nicht an.

Die Entscheidung der Ratingagenturen kommt für die Allianz - zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn der Konzern plant für die kommende Woche zwei neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Mrd. Euro. Damit soll das weitere Wachstums finanziert werden, teilte Finanzvorstand Paul Achleitner zuletzt mit. Die Emission wird von der Deutschen und der Dresdner Bank sowie UBS Warburg und SSSB begleitet. Ein Teil der Anleihe wird auf Euro, ein anderer Teil auf Dollar (nachrangig) lauten. Die Preisfindung läuft auf Hochtouren.

Analysten warnen zwar, der Konzern könnte in Probleme kommen, wenn die Anleihe nicht erfolgreich platziert werden kann. Davon geht aber kaum jemand aus. Am Markt wird derzeit sogar nicht ausgeschlossen, dass die Preisfindung vorzeitig in dieser Woche geschlossen wird.

Die Analysten sind ohnehin uneins im Bezug auf die weitere Entwicklung der Aktie, wenn auch die Skepsis mit Blick auf die Konzerntochter Dresdner Bank überwiegt. Die Experten von CSFB etwa, die für 2002 jetzt ein Minus von einer Mrd. Euro erwarten, haben das Papier auf "neutral". Merrill Lynch rät zum "Verkauf", da eine schnelle Erholung bei der Allianz nicht erwartet wird. Commerzbank wie auch Oppenheim sind dagegen zuversichtlich. Sie sehen die positive Entwicklung im Versicherungsgeschäft.

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