Versicherungskonzerne in der Krise
Axa-Gewinnrückgang geringer als erwartet

Der französische Versicherungskonzerns Axa hat im ersten Halbjahr angesichts der schwachen Aktienmärkte zwar weniger verdient, aber dennoch die Analystenerwartungen übertroffen.

Reuters PARIS. Der Nettogewinn sei nach vorläufigen Berechnungen um 32 Prozent auf 840 Millionen Euro gefallen, teilte Axa am Mittwoch drei Wochen vor dem ursprünglich geplanten Veröffentlichungstermin mit. Analysten hatten nur einen Nettogewinn von 564 Millionen Euro erwartet. Analysten warnten zudem davor, die Entwicklung bei Axa auf die gesamte Branche zu übertragen. Die Kurse der Axa-Aktien und-Anleihen stiegen in einem freundlichen Marktumfeld deutlich.

Der operative Gewinn stieg den Angaben zufolge um 17 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro und damit deutlicher als Analysten mit 956 Millionen Euro erwartet hatten. Ursprünglich wollte Axa sein operatives Geschäft um 20 Prozent steigern.

Weitere 90 Millionen Euro für WTC-Schäden

An den Märkten wurde in den vergangenen Wochen spekuliert, der Betriebsgewinn bei Axa sei wegen der starken Aktienkursrückgänge der jüngsten Zeit unter Druck geraten. Die Axa-Aktien hatten im Juli zeitweise kräftig nachgegeben, da die Beteiligungen des Konzern im Zuge der allgemeinen Aktienschwäche an Wert eingebüßt hatten. Dafür nahm Axa nun Rückstellungen von 230 Millionen Euro vor, so dass der Gewinn - einschließlich Veräußerungsgewinnen und Abschreibungen auf Beteiligungen - um 25 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro fiel. Analysten hatten hier 915 Millionen Euro erwartet. Um die Märkte zu beruhigen hatte Axa die Vorlage seines Halbjahresergebnisses vorgezogen.

Für die Folgen der Anschläge vom 11. September in den USA buchte das Unternehmen zusätzliche 90 Millionen Euro in die Rückstellungen. Im vergangenen Jahr hatten diese den Axa-Jahresgewinn um 561 Millionen Euro gedrückt.

Analysten zufolge lässt sich die überraschend gute Entwicklung bei dem französischen Versicherer jedoch nicht auf die Wettbewerber übertragen. "Was für Axa gilt, gilt nicht notwendigerweise auch für andere", sagte Analyst Danny Jacques von Raymond James Euro Equities. Axa könne immer noch im Gesamtjahr das Wachstumsziel erreichen. Sie habe die Kosteneinsparungen gut vorangebracht.

Axa-Aktien verteuerten sich am Mittwoch in einem freundlichen Pariser Handel um 4,7 Prozent auf 15,50 Euro. Auch die Anleihen des Versicherers konnten ihren Renditeabstand zu Staatsanleihen um rund zehn Basispunkte verringern. Händlern zufolge ist der Abstand indes immer noch größer als bei Anleihen vergleichbarer Versicherungskonzerne, so dass weitere Kursgewinne der Anleihen möglich seien.

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